IT-Recht

Vorsicht Abofalle – WhatsApp Nachricht mit vermeintlichen Emoticons

Vorsicht! Neuerdings kursieren WhatsApp-Nachrichten mit einem in der Nachricht enthaltenen Link, über den der Nutzer neue Emoticons für den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp erhalten soll. Klickt der Betroffene jedoch auf den versendeten Link und trägt seine Mobilfunknummer in das dafür vorgesehene Feld ein, schließt er einen Abo-Vertrag mit wöchentlichen Gebühren in Höhe von 12 Euro ab. Grundsätzlich jedoch, sind versteckte und überraschende Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzulässig.

Mimikama warnt vor der Emoticon-Abzocke

Mimikama, eine private Initiative mit Sitz in Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht über Internetmissbrauch aufzuklären und zu warnen. Dabei deckt sie Abofallen, Fake-Gewinnspiele sowie sogenannte Hoaxes auf und berichtet darüber. Auf ihrer Internetseite wies sie zuletzt auf diese neue Abzocke hin, von der bereits hunderte Nutzer betroffen sein sollen.

Wie funktioniert die WhatsApp Abofalle?

Der Nutzer erhält eine WhatsApp Nachricht mit dem Wortlaut: „Sieh‘ dir die neuen animierten Smileys für WhatsApp an. Da schmeißt du dich vor lauter Lachen weg!“. Klickt der Nutzer den nachfolgenden Link an, gelangt er auf eine Seite, auf der er aufgefordert wird, diese Nachricht mit 10 Freunden oder 3 Gruppen zu teilen, um die Emoticons freischalten zu können. Die neuen Emoticons erhält er damit allerdings noch nicht, vielmehr wird er dazu aufgefordert seine Mobilfunknummer anzugeben. Trägt er diese anschließend in das dafür vorgesehene Feld ein, schließt er einen Abo-Vertrag ab, bei dem 12 Euro pro Woche fällig werden. Für Betroffene ist dies nicht auf den ersten Blick erkennbar. Das Perfide daran ist, dass auf diese Weise die Empfänger einerseits dazu missbraucht werden, die Abofalle für die Betreiber unter ihren Freunden weiterzuverbreiten und andererseits selbst zur Kasse gebeten werden, meist ohne es selbst gemerkt zu haben.

Die Information, dass es sich um ein kostenpflichtiges Abo handelt, steht erst versteckt in den AGB. Grundsätzlich sind versteckte und überraschende Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzulässig. Das bedeutet für die hier Betroffenen: sollte in diesem Fall die Vereinbarung des wöchentlichen Preises in Höhe von 12 Euro als eine solche überraschende Klausel eingestuft werden, hätten die Betreiber gar keine Möglichkeit das Geld von den Nutzern zu fordern. Um absolute Sicherheit zu erlangen, bleibt es jedoch abzuwarten wie die Gerichte diese Klausel einstufen werden. Bis dahin sollten Nutzer Vorsicht walten lassen und insbesondere sorgsam mit den persönlichen Daten umgehen. (LeP)

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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