IT-Recht

Swiss Finance Services GmbH – Zweifelhafte Forderungen

In den letzten Wochen häufen sich bei uns Anfragen wegen einer Firma namens Swiss Finance Services GmbH. Diese gibt ihren Sitz mit Roosstrasse 53, 8832 Wollerau in der Schweiz an. In dem Schreiben heißt es, man sei von einer Business Data Marketing GmbH beauftragt. Es werden Eintragungsgebühren für einen angeblichen Businesseintrag unter Regionales-Branchenbuch.net gefordert. Dabei variiert der geforderte Geldbetrag der Höhe nach, ist aber immer durchaus stattlich: Teilweise werden 948,00 EUR gefordert, die Spanne reicht bis hin zu 1.422,00 EUR.

Übereinstimmend berichten uns die Mandanten, dass sie sich nicht daran erinnern können, einen Vertrag geschlossen zu haben. Vermutlich steckt dahinter die sogenannte Korrekturformular-Masche. Bei diesem Abzock-Trick bekommt das Opfer, meist eine kleine Firma, ein harmlos aussehendes Formular zugeschickt. Dieses sieht entweder aus, als käme es von einem offiziellen Register, oder aber von den Gelben Seiten. Darin sind die Daten des Opfers meist schon vorausgefüllt. Der Empfänger wird gebeten, die Angaben „zu prüfen“ und das Formular zurück zu schicken. Diese Aufforderung ist gut sichtbar in Fettdruck gestaltet. Beim Opfer wird also der falsche Eindruck erweckt, es würde sich bereits um einen bestehenden Eintrag halten.

Was die arglosen Opfer jedoch nicht ahnen: Irgendwo im Kleingedruckten versteckt sich der Hinweis auf Kosten des Eintrags. So folgt dann bald das böse Erwachen, wenn die Rechnungen eintreffen und plötzlich horrende Beträge gefordert werden.

Swiss Finance Services GmbH – Wie kann man sich dagegen wehren?

Die gute Nachricht ist: Man muss sich derartiges Geschäftsgebahren nicht gefallen lassen. Nach unserer Auffassung ist hier bereits überhaupt kein wirksamer Vertrag geschlossen worden. Wer die angebliche Kostenpflichtigkeit eines Angebotes derart systematisch verschleiert, hat wohl arglistig getäuscht. Der vermeintliche Vertrag ist damit anfechtbar.

Außerdem ist die Klausel zur Zahlungspflicht so gut versteckt, dass Sie aus unserer Sicht nicht wirksam einbezogen wurde. Mit anderen Worten: Selbst wenn ein Vertrag geschlossen worden sein sollte, könnte die Gegenseite jedenfalls keine Zahlung in der geforderten Höhe verlangen.

Wichtig ist es, die Anfechtung des Vertrages zeitnah zu erklären. Aus Vorsichtsgründen sollte auch der Widerruf und hilfsweise die Kündigung ausgesprochen werden. Insbesondere vor dem Hintergrund angedrohter Schufa-Eintragungen ist es wichtig, die Forderung zu bestreiten. Damit wird das Schreckgespenst „Schufa-Eintrag“ schnell zum zahnlosen Tiger.

Rufen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne und entwickeln mit Ihnen gemeinsam eine Verteidigungsstrategie zur effizienten Abwehr derartiger Forderungen! (RaS)

Rechtsanwalt Rafael Struwe arbeitet seit 2013 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

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