IT-Recht

Spracherkennungssoftware: Technologiekonzerne investieren Milliarden in Entwicklung und Vertrieb

Sprachsteuerung soll die Bedienung von technischen Geräten revolutionieren. Die weltweit größten Technologiekonzerne haben in den letzten Jahren Milliarden in die Entwicklung neuer sprachgesteuerter Bedienkonzepte investiert. Nun werden immer mehr Geräte mit Sprachsteuerungsassistenten in Form einer Spracherkennungssoftware ausgestattet. Datenschutzrechtliche Bedenken bleiben dennoch bestehen.

Spracherkennungssoftware: Technologiekonzerne investieren Milliarden in Entwicklung und Vertrieb © Benjamin-Duda-Fotolia

Spracherkennungssoftware: Technologiekonzerne investieren Milliarden in Entwicklung und Vertrieb © Benjamin-Duda-Fotolia

Amazon baut Tablet mit Alexa

Amazon plant ein neues Tablet für den europäischen Markt zu entwickeln, das mit dem hauseigenen Sprachassistenten Alexa ausgestattet sein soll. Alexa ist die von Amazon entwickelte Sprachsteuerungssoftware. Bis heute vertreibt Amazon die Geräte, die mit der eigenen Sprache gesteuert werden können, hauptsächlich in den USA. Dort sind Produkte wie der Lautsprecher Amazon Echo ein Kassenschlager. Alexa funktioniert dabei ähnlich wie Siri, der Sprachassistent von Apple, und kann auf Zuruf aktiviert werden, um gesprochene Befehle in beliebige Aktionen umzusetzen.

Google bringt Google Home auf den Markt

Auch Google hat nun auf einer Konferenz mitgeteilt, dass Sprachsteuerung mittels einer Spracherkennungssoftware zukünftig in den meisten Google-Produkten vorhanden sein wird. Käufern soll die Bedienung von technischen Geräten dadurch erleichtert werden. Als Konkurrenzprodukt zu Amazons Lautsprecher Echo, bringt Google ebenfalls einen durch Sprache steuerbaren Lautsprecher auf den Markt. Vertrieben unter dem Namen Google Home soll der Lautsprecher auf Zuruf Kommandos ausführen. Über die reine technische Steuerung hinaus möchte Google auch die Google-Suche und Nutzung von verschiedenen Diensten ermöglichen. Künftig wird es also möglich sein, dass Käufer zum Beispiel ein Taxi durch ein simples Sprachkommando bestellen oder Essen ordern können.

Datenschutzrechtliche Bedenken gegen Spracherkennungssoftware

Sprachsteuerungsassistenten wie sie von Amazon, Google oder Microsoft genutzt werden, können im Alltag einen hohen praktischen Nutzwert haben. Rechtliche Bedenken ergeben sich bei der Nutzung vor allem aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten. Geräte, die auf Zuruf aktiviert werden, müssen dauerhaft aktiv sein. Umgebungsgeräusche und Gespräche können theoretisch vollumfänglich aufgezeichnet werden. Auch wenn die Hersteller angeben, dass keine dauerhafte Aufnahme erfolgt, ist dies in den meinen Fällen zumindest theoretisch – auch ohne Wissen der verantwortlichen Unternehmen – möglich. Darüber hinaus werden aufgezeichnete Kommandos und Befehle meist auf ausländische Server übertragen und verarbeitet. Die Übertragungswege und Verschlüsselungstechniken sind nicht immer transparent nachvollziehbar. Moderne Smartphones sind selbstverständlich ebenfalls mit Mikrofonen ausgestattet. Die grundsätzlichen Gefahren sind daher nicht völlig neu. Doch sollten sich Nutzer von Sprachassistenzsystemen den Risiken bewusst sein. (NIH)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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