IT-Recht

Spielende Geldwäsche im Netz

Das Internet wird in der heutigen Zeit immer mehr auch von Kriminellen genutzt. So sollen laut der Studie des französischen Internetspezialisten Jean-Loup Richet nun auch online Rollenspiele als Mittel zur Geldwäsche im Netz ausgenutzt werden. Er untersuchte in seiner letzten Studien die neusten Methoden zur Geldwäsche im Internet.

 Spielende Geldwäsche im Netz   ©-asrawolf-Fotolia

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Nach der Studie gibt es im Internet zwei Bereiche, die für Kriminelle zur Geldwäsche im Internet besonders interessant geworden sind. Einer dieser Bereiche sind die online Rollenspiele, hier fällt unter anderem der Name des bekannten Spiels MMORPG World of Warcraft. Aber auch Micro-Payment Systeme gewinnen immer mehr an Reiz für Kriminelle, da über diese, gerade wenn sie mobil genutzt werden können, viele kleinere Mengen Geld in den Umlauf gebracht werden können.

Online-Gaming zur Geldwäsche

Die Kriminellen nutzen laut der Studie besonders häufig online Rollenspiele, um das Geld in den regulären Finanzkreis zurückfließen zu lassen. Dabei eröffnen sie sich in den Spielen mehrere Accounts und kaufen Geld in der spieleigenen Währung. Diese können sie entweder zumeist bei den Spielen selbst oder auf speziellen Internetseiten zum Kauf von Spielwährungen wie zum Beispiel ExchangeZone, erwerben. Das Spielgeld wird dann wieder über Tauschbörsen oder Wechselseiten an andere Spieler weitergeben oder verkauft. So wird der Weg des Geldes verschleiert und fast unmöglich, zu rekonstruieren, woher das Geld ursprünglich kam.

Micro Laundering

Micro Laundering beschreibt den Prozess, den die Kriminellen beim Nutzen von Micropayment Systemen im Internet gehen. Besonders beliebt sind Paypal Transaktionen. Dabei splitten die Kriminellen große Summen auf viele verschiedene Systeme und kleinere Summen auf. Durch die Aufsplittung der Beträge wird es fast unmöglich, den Weg des Geldes zu verfolgen. Zudem fallen kleine Summen nicht besonders auf und ziehen daher selten die Aufmerksamkeit auf sich.

How to Anleitungen

Der Internetspezialist Jean-Loup Richet führte für seine Studie intensive Internetrecherchen durch. Dabei spezialisierten sein Team und er sich auf die Durchforstung des Internets nach Hacker Foren und Communities und fanden dabei zum Teil richtige Anleitungen zu den Geldwäsche Transaktionen im Netz. Der Trend der Nutzung der Online Games war dabei am auffälligsten.

Insgesamt bietet das Internet den Kriminellen zu große Möglichkeiten und Anreize, es für ihre Zwecke zu nutzen. Bei der Komplexität der einzelnen Methoden wird es aber schwer, diese komplett auszumerzen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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