IT-Recht

Rechtliche Probleme der Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Das Search Engine Marketing oder Suchmaschinenoptimierung ist für den Unternehmer in der digitalen Welt ein Kernelement seiner Marketingstrategien. Internetuser – und damit Verbraucher wie Unternehmer – steuern nur selten bewusst bestimmte Adressen an; vielmehr leisten Dienstleister und Suchmaschinenbetreiber wie Google oder Yahoo die erforderliche Recherchearbeit für den Interessenten.

©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Suchmaschinen sind für die moderne Informationsgesellschaft Wegweiser und Branchenbuch zugleich: Verzichtet ein Markteilnehmer auf eine gezielte Partizipation, ist es dem etwaigen Kunden wesentlich erschwert, auf das Geschäft zu stoßen. Vielmehr wird der Kunde so zu Wettbewerbern geführt. Entschließt sich der Unternehmer jedoch, seine Webpräsenz suchmaschinenoptimiert ins Netz zu stellen, erwarten ihn deutlich verbesserte Umsatzprognosen.

Für den Unternehmer – insbesondere aber auch für die SEO-Agenturen – können sich bei unbedarfter Seitengestaltung allerdings vielfältige juristische Probleme ergeben. Dieser Artikel soll aufzeigen, welche rechtlichen Fallstricke beim SEO lauern können. In folgenden Artikeln werden dann die einzelnen Probleme näher beleuchtet.

Vertragsrecht

Bereits die vertragliche Beziehung zwischen dem Unternehmen und der SEO-Agentur bietet eine Fülle von möglichen rechtlichen Problemen. Fehlt es an einer schriftlichen Fixierung des Vertragsinhaltes oder sind die einzelnen Pflichten bzw. Erfolge nicht klar und bestimmt geregelt, kommt es häufig bei der Abwicklung zu Streitigkeiten über die konkreten Vereinbarungen. Interessant ist insbesondere, ob ein SEO-Vertrag als Dienst- oder Werkvertrag ausgestaltet wird, da dies hinsichtlich der Pflichten der SEO-Agentur einen erheblichen Unterschied macht. Während bei einem Dienstvertrag das bloße Tätigwerden geschuldet wird, sind bei einem Werkvertrag konkrete Erfolge das Vertragsziel. Im Hinblick auf die Optimierungsleistungen obliegen der SEO-Agentur gewisse Sorgfaltspflichten, beispielsweise auf so genannte Black-Hat-Methoden (etwa Cloaking, Linkfarming, Doorway Pages) zu verzichten und sich an die Regeln der jeweiligen Suchmaschinenbetreiber zu halten. Ein weiterer wichtiger Regelungsbereich in SEO-Verträgen ist die Haftung des Unternehmens und der SEO-Agentur. Hier sollte genau vereinbart werden, wer für welche in Betracht kommenden Rechtsverletzungen (auch von Dritten) haftet.

Markenrecht

Insbesondere die Verwendung fremder Markennamen in Metadaten, im Hidden Content aber auch im sichtbaren Bereich einer Website stellt ein konkretes rechtliches Risiko dar. Die Rechtsprechung erkennt in der Verwendung von fremden Markennamen mit dem Ziel, einen möglichst breiten Interessenkreis auf die eigene Website zu locken, eine Markenrechtsverletzung.

Wettbewerbsrecht

Auch im Wettbewerbsrecht lauern beim SEO rechtliche Probleme. So können Black-Hat-Methoden insbesondere bei einer bewussten Irreführung des Users unlauter im Sinne des UWG sein (insbesondere § 5 UWG) und somit Abmahnungen von Konkurrenten nach sich ziehen.

Urheberrecht

Auch die Suchmaschinenoptimierung an sich, also die Datei(en) in Form des HTML-Codes, kann Gegenstand von Rechtsverletzungen sein. In der Rechtsprechung wird teilweise der Suchmaschinenopti¬mierung im HTML-Format Schöpfungshöhe im Sinne des UrhG beigemessen und damit dem Schutz des Urheberrechts unterstellt. Sollte die SEO-Agentur sich also an frem¬den Optimierungen auch nur auszugsweise „vergreifen“, können hier ebenfalls Unterlassungs- und/oder Schadensersatzansprüche durch die Urheber geltend gemacht werde

Fazit

Wie dieser kurze Artikel zeigt, kann beim SEO in rechtlicher Hinsicht einiges schief gehen. Eine qualifizierte anwaltliche Beratung kann alle beteiligten Parteien etwa vor kostenpflichtigen Abmahnungen schützen. Weitere Informationen zum Thema SEO und Recht finden Sie auch in dem Handbuch „SEO-Recht“ der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE, welches Sie hier kostenlos herunterladen können.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Dieser Aspekt der Suchmaschinenoptimierung wird nur sehr selten genannt und fast jeder vergisst ihn bei seiner täglichen Arbeit zu berücksichtigen.

  2. Tomas Bauer sagt:

    Danke für die interessanten Punkte, auf die man beim Suchmaschinenoptimierung aufpassen muss. Ich habe mit der BMWA (http://www.beste-medien-werbe-agentur.de/Angebot/Consulting/Online-Marketing/Suchmaschinenoptimierung.html) einen Dienstvertrag geschlossen und bin

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