IT-Recht

Neuer Kettenbrief bei WhatsApp – Nutzer sollten aufpassen

Bei WhatsApp macht ein neuer Kettenbrief die Runde. Er warnt vor einem Kontakt mit einer „Ute Lehr“. Ist diese Warnung berechtigt oder nur Panikmache? Dieser Kettenbrief weist übrigens eine Besonderheit auf.

Neuer Kettenbrief bei WhatsApp – Nutzer sollten aufpassen ©-asrawolf-Fotolia

Viele WhatsApp Nutzer erhalten derzeit in einem Posting die folgende Virenwarnung:

„Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt „Ute Lehr” nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über whatsapp) der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer … anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“

Müssen WhatsApp Nutzer Angst vor der Zerstörung ihrer Festplatte haben?

WhatsApp Nutzer brauchen sich aufgrund dieser Nachricht keine Sorgen zu machen. Denn es handelt sich bei dieser Warnung vor dem angeblichen Virus Ute Lehr um einen Hoax. Es besteht hier in Wirklichkeit gar keine Gefahr durch einen Virus. Ein Hoax ist eine gezielte Falschmeldung. Die Verbreiter wollen damit die Nutzer von sozialen Netzwerken wie WhatsApp oder Facebook absichtlich in Panik versetzen.

Mutierende Hoax-Meldung

Der vorliegende Fake-Kettenbrief ist übrigens mit nahezu demselben Wortlaut schon seit längerer Zeit in Umlauf. Dabei wurde vor allem der Name des angeblich gefährlichen Kontaktes geändert. Dabei sind die folgenden Namen verwendet worden: Ute Christoff, Marcel Hohmann, Christian Wick sowie Domenik Beuting.

Wie sich WhatsApp und Facebook Nutzer verhalten sollten

Nutzer insbesondere von Facebook und WhatsApp sollten sich daher erst einmal informieren, wenn sie eine angebliche Virenwarnung erhalten. Das gilt insbesondere, wenn sie diese von einem „Freund“ bekommen haben. Neben einer Recherche bei Google bietet sich hier vor allem ein Blick auf die Webseite des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Hoax-Liste der TU Berlin und auf Mimikama an. Derartige Fake-Meldungen können Sie bei diesen Stellen melden, damit diese sie überprüfen und gegebenenfalls andere Nutzer warnen. Keinesfalls sollten Sie die in einer solchen Meldung genannte Telefonnummer anrufen. Ansonsten führt das möglicherweise dazu, dass Unschuldige einem unerträglichen Shitstorm ausgesetzt werden.

Manche Kettenbriefe sind gefährlich

Hierfür spricht auch, dass manche Kettenbriefe alles andere als harmlos sind. Sie könnenbeispielsweise eine angebliche Virenwarnung Malware enthalten. Kriminelle wollen Ihren Rechner gefährden beziehungsweise ausspionieren.

Oder die Verwender behaupten bewusst wahrheitswidrig, dass eine bestimmte Person oder Bevölkerungsgruppe eine Straftat wie etwa eine Vergewaltigung begangen hat. Besonders beliebt ist diese Masche bei Flüchtlingen. Wer solche Fake Postings in Umlauf setzt sollte sich darüber im Klaren sein, dass er damit möglicherweise eine Straftat begeht. In Betracht kommt etwa der Straftatbestand der falschen Verdächtigung nach § 164 StGB. So etwas stellt kein Kavaliersdelikt dar. (HAB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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