IT-Recht

Neuer BKA Trojaner – BKA-Warnung vor Computervirus Locky ist selbst Trojaner

Sollten Sie eine E-Mail vom Bundeskriminalamt erhalten ist Vorsicht geboten. Die E-Mail ist höchst wahrscheinlich ein Trojaner. Zurzeit ist wieder einmal ein neuer Computervirus im Umlauf, bei dem Betroffene eine E-Mail erhalten, die angeblich vom Bundeskriminalamt (BKA) stammt und in der offiziell vor dem Computervirus Locky gewarnt wird. Die E-Mail stammt jedoch nicht vom BKA und trägt selbst einen Trojaner in sich.

Neuer BKA Trojaner – BKA-Warnung vor Computervirus Locky ist selbst Trojaner ©-asrawolf-Fotolia

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Zurzeit werden E-Mails mit dem Betreff „Offizielle Warnung vor Computervirus Locky“ verschickt. Nutzer, die diese E-Mail erhalten, sollten sie unverzüglich löschen. Angeblich stammt die E-Mail vom Bundeskriminalamt und ihrem Inhalt zufolge hat das BKA zusammen mit Anti-Virensoftware Herstellern einen Sicherheitsratgeber herausgegeben, wie Betroffene sich vor dem Computervirus Locky schützen können. Die E-Mail mit der Warnung vor einem angeblichen Computervirus Locky, ist jedoch selbst ein Trojaner.

Anhang „Locky Removal Kit“ nicht öffnen!

Im Anhang der E-Mail befindet sich eine Datei mit dem Namen „BKA Locky Removal Kit.exe“. Dieser Anhang sollte auf keinen Fall geöffnet werden. Bei der Datei handelt es sich nicht, wie angegeben, um ein Schutzprogramm, sondern hinterhältiger Weise um einen Trojaner. Täuschen lassen sollten Sie sich auch nicht durch die angegebene E-Mail-Adresse, „impressum-bka-internetauftritt@bka.de“. Die Internetadresse haben die Internetbetrüger anscheinend von der Webseite des BKA kopiert.

E-Mail mit Betreff „Whitehouse paperwork“ ist Trojaner

Auch Unternehmen, die über ihren Server viele E-Mails erhalten, sollten vorsichtig sein. Aktuell werden „Locky-Mails“ mit dem Betreff „Whitehouse paperwork“ verschickt. Im Anhang enthält die E-Mail eine ZIP-Datei in die eingescannten Dokumente zu finden sind, welche angeblich durch den Büro-Farbkopierer des Types Aficio MP C2500 verschickt worden sind. Dieser Drucker kommt in vielen Unternehmen zum Einsatz. Auch bei dieser E-Mail handelt es sich um einen Trojaner, der das System des Computers lahmlegt.

Unbekannte ZIP-Anhänge sind häufig Trojaner

Trojaner sind Programme, die häufig mit „exe“ am Ende abgekürzt sind und die vorgeben etwas anderes zu sein, als sie in Wahrheit sind. Vordergründig erscheinen die Programme in aller Regel als vertrauenswürdig. Doch häufig werden im Hintergrund Programme installiert, mit denen Internetbetrüger z.B. Zugriff auf persönliche Daten nehmen können. Zum Teil erlangen Internetbetrüger sogar vollständige Kontrollmöglichkeiten über den Computer.

Vorgehen bei bereits infiziertem Computer

Doch was ist, wenn der Anhang geöffnet wurde und der Computer bereits infiziert ist?

Haben Sie den Anhang der E-Mail bereits geöffnet und bemerken Sie umgehend, dass der Computer vom Virus befallen ist, dann sollten sie Windows direkt herunterfahren oder den Stecker ziehen. Nur so wird die Verschlüsselung gestoppt. Erst dann kann der Rechner mit einer Antiviren DVD erneut gestartet werden, um den Trojaner zu entfernen.

Ändern von Passwörtern empfohlen

Wird der Trojaner Befall erst später bemerkt, sollten Sie erst einmal ihren Virenscanner aktivieren und den Computer überprüfen lassen. Zudem ist das Ändern aller Passwörter anzuraten, insbesondere in sozialen Netzwerken, wie Facebook. Auch beim Online-Banking sollten Betroffene, deren Computer bereits infiziert ist, wachsam sein.

Da der Trojaner Locky alles infiziert was er erreicht und auch Cloud-Speicher nicht vor ihm sicher sind, ist allen PC Nutzern grundsätzlich immer zu Raten, die Daten auf dem PC zu sichern. Dies kann durch regelmäßige Backups geschehen oder durch das Sichern der Daten auf einer externen Festplatte. Und vor allem gilt: Öffnen Sie keine Dateianhänge, die sie nicht kennen. (NS)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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