IT-Recht

Neue Facebook- Suche „Graph Search“ – was Nutzer in datenschutzrechtlicher Hinsicht beachten müssen

Durch Freunde und Verknüpfungen verschiedene Restaurants, Fotos, Musik und vieles mehr finden. Das alles ermöglicht die neue Suchfunktion bei Facebook. Gleichfalls sollten Sie aufpassen.

datenschutz bei Facebook

© IckeT – Fotolia

Denn Datenbasis der „Graph Search“ sind Informationen die aufgrund der Beziehungen und Verbindungen bei Facebook vorliegen. Dabei bestimmen die Privatsphäre-Einstellungen, welche Informationen für die Suchfunktion genutzt werden dürfen. Das System hinter der Suche ist, dass jeder Nutzer mit der neuen Suchfunktion „nur Inhalte durchsuchen kann, die mit ihm geteilt worden sind“.

 

Doch der neue Facebook-Dienst ist mit Vorsicht zu genießen. Datenschützer kritisieren die Funktionsweise des neuen Suchdienstes. Ihrer Meinung nach führe die erweiterte Suche dazu, „dass völlig unkalkulierbar auf einmal Daten ausgewertet werden“.

 

Und auch Carola Elbrecht, die Projektleiterin für “Verbraucherrechte in der digitalen Welt” vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) steht dem Facebook-Dienst skeptisch gegenüber. Sie sieht in der „Graph Search“ die Gefahr einer weiteren Profilbildung und appelliert an die Nutzer darauf zu achten, was mit ihren Daten passiert.

 

Zwar beteuerte Facebook-Chef Mark Zuckerberg immer wieder, dass als privat markierte Daten in den Suchergebnissen nicht auftauchen würden.

 

Trotzdem ist Vorsicht geboten. Beispielsweise könnten Informationen, die nur für bestimmte Freunde gedacht waren, im Nachhinein auffindbar werden. Oder auf privat gestellte Fotos könnten von Freunden aus den eigenen Alben runtergeladen werden und in anderen Fotoalben hochgeladen werden, die sich ihrem Einfluss entziehen. Auf diesem Weg ist es der Graph Search möglich, die Bilder zu erfassen und damit werden sie öffentlich einsehbar. Zudem kann durch die ungünstige Kombination verschiedener Daten, die für sich allein völlig harmlos wirken, ein unerfreuliches, vielleicht sogar schädigendes Bild von dem Nutzer konstruiert werden.

 

Der wohl beste Tipp im Umgang mit der „Graph Search“: Prüfen Sie gründlich Ihr Profil, Ihre Interessen, Aktivitäten und Fotos und passen Sie Ihre Privatsphäreneinstellungen entsprechend an.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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