IT-Recht

Neue Abzock Masche bei Amazon durch Betrüger

Amazon Nutzer sollten aufpassen. Kriminelle versuchen sie bei Amazon Marketplace mit verlockenden Fake-Angeboten zu ködern.

Neue Abzock Masche bei Amazon durch Betrüger © magele-picture - Fotolia

Neue Abzock Masche bei Amazon durch Betrüger © magele-picture – Fotolia

Viele Kunden von Amazon freuen sich, wenn sie ein vermeintliches Schnäppchen entdecken. Doch dabei müssen sie aufpassen, dass sie keine böse Überraschung erleben. Denn dort versuchen Kriminelle die Verbraucher in die Falle zu locken.

Bei Amazon gibt es viele Fake Shops von Kriminellen

Dies geschieht dadurch, dass Betrüger beim Marketplace Fake Shops eröffnen. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die Ware lediglich bei Vorkasse bestellt werden kann. Nachdem der Kunde die Ware bezahlt hat, erhält er diese jedoch nicht.

Vorsicht bei Fehler Meldung

Die Kriminellen arbeiten dabei häufig mit dem folgenden Trick, vor dem auch Verbraucherschützer warnen. Wenn Kunden das Angebot eines Fremdanbieters über Amazon bestellen wollen, bekommen sie an der Kasse eine Fehler-Meldung. Diese lautet wie Folgt: „Es gab ein Problem„. Dies wird dahingehend erläutert, dass der Artikel nicht mehr erhältlich sei. Sofern die Verbraucher sich dann an den vermeintlichen Händler wenden. Diese fordern sie dann mit einer angeblichen Amazon-Bestätigung zur Zahlung von Vorkasse auf. Wer zahlt, bekommt die Ware nicht.

Der Nutzer geht hat dabei normalerweise das Problem, dass er seinen Anspruch auf Rückzahlung nicht zivilrechtlich geltend machen kann. Denn er kann die Betreiber des Fakeshop nur schwer ausfindig machen, weil dieser seine Identität verschleiert. Entweder gibt er sie gar nicht an oder tritt sogar unter einer falschen Identität auf.

Fazit:

Amazon Kunden sollten sich auf derartige Angebote nicht einlassen und sich am besten gar nicht mit dem angeblichen Händler in Verbindung setzen. Bei Angeboten von Drittanbietern sollte zumindest darauf geachtet werden, ob diese über ein ordnungsgemäßes Impressum verfügen. Skeptisch sollten Verbraucher vor allem bei Angeboten sein, die weit unter dem üblichen Marktwert liegen. Ebenso hilft häufig eine Recherche im Internet. Neben Verbraucherschutzforen sind vor allem die Checkliste der Verbraucherzentrale Niedersachsen sowie die Watchlist Internet interessant. Wer darauf hereingefallen ist, sollte sich an eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt wenden. (HAB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Peter S. sagt:

    Diese Masche über Fakeshops oder geknackte Shopbetreiber und Fake- „Lockangebote“ ist im Grunde bekannt. Das erschrenkende dabei ist, dass man zum Teil davon ausgehen kann, dass Amazon sogar an diesen Maschen mitverdient. Nach eigenen Recherchen und Prüfung im einem Fall im Dez. 2015 wurde eine Ware (ein Siemens Side by Side Kühlschrank) zum Spottpreis von 720 € (Güntigster Normalpreis 1315 €)über Amazon von Drittanbietern Angeboten. Diese Angebote wurden über gehackte Amazonshops angeboten. Als Kunde erhielt man nach dem Bestellen dieser Ware eine ähnliche/gleiche Stornoinfo. Teils landete die Ware tatsächlich in der Bestellauflistung, wurden jedoch wenige Minuten später von Amazon per E-Mial Nachricht storniert.

    Das seltsame war jedoch, nachdem man Amazon über den Betrug Informiert hatte, wurde zum einen die Shopbetreiber einfach gewechselt D.h. plötzlich war das gleiche Angebot mit gleicher Angebotsumme über 720 € über einen oder sogar mehrere anderen Shops gleichzeitig auf Amazon erhältlich. Zum anderen hatte Amazon seinen eigenen Angebotspreis um einen Faktor reduziert, dass dieser zwischen dem Lockangebot und dem nächst teurene seriösen Anbieter (also 1315 €)im Ranking Landete. Und egal wie oft man Amazon darauf hingewiesen hatte dass das Angabot mit der Summe 720€ ein Betrug sei, im gleichen Takt der Anbietende Shopbetreiber Name wechselte.
    Die geknackten Shopbetreiber selbst waren zu der späten Zeit nicht mehr Aktiv/(Ausserhalb der Geschäftszeit).

    Der Marketingkniff dahinter sieht wie folgt aus:
    1. Ein Fake Angebot wird meist nach der üblichen Shopbetriebergeschäftszeit auf deren Namen getätigt (damit dieser aus Gründen der Abwesenheit nicht eingreiffen kann) oder gar ein Fake Shop eröffnet

    2. Durch das Fakeangebot landet AMAZON in allen Vergleichsportalen damit ganz oben im Ranking um Kunden anzulocken

    3. Amazon schleicht sich mit ihren eigenen Angebot exakt hinter das Fake Angebot auf Platz 2. (Auffälig hier war auch das dies exakt am gleichen Tag zur gleichen Zeit geschehen ist, die Tage und Wochen zuvor hatte Amazon den Preis relativ weit hinten unverändert stehen lassen!)

    4. Nun kommen die gelockten Kunden und möchten das Angebot mit dem Fake Preis ergattern, merken aber dass dies nicht möglich ist oder gar Betrug sein muss und greifen dann zum nächst günstigeren Angebot (plötzlich von Amazon selbst) zu.

    Zu der fehlenden Unterbindung von solcher Fake/Betrugsangeboten bei AMazon trotz technicher Möglichkeiten hatte bereits Computer Bild kritisch bei Amazon ohne Erfolg angefragt.

    Die Frage stellt sich ntürlich ob hier Amazon sich zum eigenen Vorteil einer Betrugsmasche anschließt und auch nict unterbindet obwohl es hier möglich wäre oder gar diese selbst beauftragt/durchfüht.
    Die Verbraucherzentrale hatte das wohl nicht gesondert Interessiert, obwohl Beweise vorliegen.

    Somit wird weiter fröhlich betrogen.
    LG
    PS

  2. Tony F. sagt:

    Wo die Technik regiert wird immer eine Hintertür für Gauner offen bleiben. Schlimm ist das im Problemfall ein langwieriges Verfahren eingeleitet werden muss, um etwas gegen die Gauner vorzunehmen. Ich kann mir vorstellen das viele den Aufwand einer Klage scheuen und das wissen auch die Ganoven.

    Ne ne, dann doch lieber im guten alten Schuhladen auf der Strasse einkaufen und solche diesen Konzerne wie Amazon meiden.

    Schöne grüße aus Berlin

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