IT-Recht

Kuriose Spam-Mail – Nigerianischer Astronaut sucht Rückflugticket

Spam – Mails werden weltweit täglich Millionenfach versendet. Die meisten werden dabei heutzutage von automatischen Spam – Filtern der E-Mailanbieter erkannt und herausgefiltert. Erscheint doch eine Spam – Mail im Posteingang, lassen sich teils absurde Dinge lesen. Die vielleicht kurioseste macht derzeit auch medial von sich reden.

Kuriose Spam-Mail – Nigerianischer Astronaut sucht Rückflugticket ©-asrawolf-Fotolia

Kuriose Spam-Mail – Nigerianischer Astronaut sucht Rückflugticket ©-asrawolf-Fotolia

Nigeria-Connection

Die Nigeria-Connection ist seit Jahren ganz weit vorne dabei, wenn es um die Abzocke mit Spam – Mails geht. So skurril die Nachrichten auch teilweise anmuten, sind schon viele Menschen auf die Angebote eingegangen.

Das Vorgehen ist meist ähnlich. Prinzen, Könige, Erben, Witwen oder Geschäftsmänner – alle haben theoretischen Zugriff auf ein erhebliches Vermögen. Der Haken an der Sache ist meist nur, dass auf das Vermögen aktuell nicht zugegriffen werden kann. Meist müssen angeblich Anwälte, Notare oder Dritte im Ausland für irgendeine Dienstleistung bezahlt werden, damit der Zugriff auf die Reichtümer wieder gewährleistet möglich ist.

Der angeschriebene Internetnutzer wird dann freundschaftlich aufgefordert in dieser besonderen Situation zu helfen. Er solle bitte diese nötige verhältnismäßig kleine Summe bezahlen. Als Gegenleistung wird eine fürstliche Beteiligung am dann wieder verfügbaren Vermögen in Aussicht gestellt.

Opferzahl nicht gering

Viele Menschen denken nun, dass sie doch niemals auf solch eine Geschichte hereinfallen würden. Für viele mag das auch zutreffen, doch gibt es immer noch genug Internetnutzer, die aus Unerfahrenheit oder reiner Profitgier bereit sind einige tausend Dollar zu bezahlen, um an dem unverhofften Reichtum teilhaben zu können. Mitunter werden jedoch Geschichten erzählt, die an Absurdität kaum zu überbieten sind.

Astronaut braucht Geld für Rückflug

Eine ganz besonders absurde Spam – Mail handelt von der abenteuerlichen Geschichte eines Astronauten. Astronaut Major Abacha Tunde soll seit 19990 isoliert auf der geheimen russischen Raumstation Salyut 8T leben. Er soll bereits 1979 und 1989 mit russischen Kosmonauten ins All geflogen sein. Nach dem Ende der Sowjetunion habe die russische Regierung jedoch nur ihre russischen Kollegen aus dem All abholen lassen. Er habe alleine im All zurück bleiben müssen, da für ihn im Raumschiff kein Platz mehr gewesen sein soll. In den nächsten Jahren wurde er zwar noch weiterhin mit Nahrung versorgt, doch sei es allmählich Zeit, dass er nach Hause komme. Das alles berichtet Dr. Bakare, Wissenschaftler und Bruder des Astronauten. An diesem Punkt wird es dann für den Adressaten der Spam-Mail interessant, da Dr. Bakare Tunde um Unterstützung bei der Bezahlung der Rückreise bittet.

70 % von 15 Millionen als Gegenleistung versprochen

Dr. Bakare schreibt nun, dass der Rückflug aus dem All rund 3 Millionen US-Dollar kosten würde. Er selber könnte das Geld leider nicht zahlen, da er als Staatsangesteller kein Auslandskonto eröffnen dürfe. Doch bekomme sein Bruder seit 1990 weiterhin Gehalt. Insgesamt seien so inklusive Zinsen knapp 15 Millionen US-Dollar zusammen gekommen und verfügbar. Derjenige, der den Rückflug vorfinanziert, solle anschließend 70 % – rund 10 Millionen US-Dollar – des Vermögens als Belohnung erhalten.

Vorsicht vor Spam – Mails

Auch wenn die Geschichte des nigerianischen Astronauten, der angeblich seit mehr als 20 Jahren alleine im Weltall auf einer geheimen russischen Raumstation lebt so absurd ist, dass diese Nachricht wohl niemand ernst nehmen wird, sollten Internetnutzer im Zusammenhang mit Spam-Mails immer Vorsicht walten lassen. Vor allem sollten niemals Anhänge geöffnet werden, die von unbekannten Absendern stammen. Die Gefahr ist groß, dass dabei unbemerkt Schadsoftware installiert wird. Auch sollte man nicht leichtfertig Links zu Internetseiten öffnen, da ähnliche Gefahren drohen. Vor allem Unternehmen wie Kredit- oder Versicherungsunternehmen, die einen mobilen Zugriff auf Daten oder Konten erlauben, werden eigene Kunden niemals zur Bestätigung der Identität oder Aktualisierung eines Profils zur Eingabe von Nutzernamen und Passwörtern auffordern. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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