IT-Recht

Kalifornisches Gericht lässt Fahrer-Sammelklage gegen Fahrdienstvermittler Uber zu

Uber ist ein amerikanisches Unternehmen, das mittels der gleichnamigen App Fahrgäste an private Fahrer mit Eigenpkw (UberPop), an Mietwagen mit Fahrer (UberBlack) sowie an Taxis (UberTaxi) vermittelt. Inzwischen ist Uber in 45 Ländern und ca. 200 Städten vertreten. Für die Vermittlung lässt sich das Unternehmen von den Fahrern einen Anteil von 20% des Fahrpreises entrichten.

Kalifornisches Gericht lässt Fahrer-Sammelklage gegen Fahrdienstvermittler Uber zu ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Kalifornisches Gericht lässt Fahrer-Sammelklage gegen Fahrdienstvermittler Uber zu ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Geschäftsmodel Uber

Besonders lukrativ ist dieses Geschäftsmodell vor allem gegenüber gewöhnlichen Taxiunternehmen. Da die vermittelten Fahrer gegenüber dem Unternehmen als unabhängige Anbieter gelten, entfallen etwaige Arbeitgeber-Sozialleistungen, sowie diverse mit den Fahrzeugen verbundene Kostenpunkte wie geeichte Fahrpreisanzeiger, eine Taxifunkanlage oder KFZ-Versicherungsbeiträge für gewerbliche Nutzung. Der Wegfall dieser Kosten bietet Uber einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber herkömmlichen Personenbeförderungsunternehmen, weswegen es in vielen Ländern Gegenstand einer sich zuspitzenden Kontroverse geworden ist.

Fahrer wollen Arbeitnehmerstatus

Dieses Modell geriet im Juni dieses Jahres ins Wanken, als die Arbeitsbehörde von Kalifornien in Reaktion auf die Klage einer ehemaligen Fahrerin, Fahrer von Uber als Angestellte und nicht mehr wie bisher als selbständige (Sub-)Unternehmer einstufte. Später folgte die Klage dreier weiterer Fahrer, die als Angestellte eingestuft werden wollten. Schon zu diesem Zeitpunkt wollte das Unternehmen einer möglichen Sammelklage vorbeugen und reichte durch seine Anwälte eine entsprechende, 52 Seiten umfassende, Verteidigungsschrift ein.

Zulassung einer Sammelklage

Diesen Bemühungen zum Trotz ließ nun ein kalifornischer Bundesbezirksrichter eine Sammelklage der Uber-Fahrer zu. Das könnte weitreichende Folgen für das Verfahren haben. Ein Klägervertreter kündigte „viele Tausende“ Beteiligte an. Die Sammelklage könnte den ersten Einfluss bereits bei dem für 2016 erwarteten Börsengang der Firma entfalten und sich negativ auf die Bewertung der Firmenrisiken auswirken. Uber möchte gegen die Entscheidung Berufung einlegen.(LEP)

In diesem Video erklärt Christian Solmecke warum der Fahrdienst Uber so in der Kritik steht:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×