IT-Recht

Immer mehr Smartphone-Nutzer tappen in Abofallen

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer zunehmenden Gefahr durch Abofallen für Smartphone-Nutzer. Immer mehr Unternehmen schalten unseriöse Werbebanner in Smartphone-Apps oder auf Internetseiten. Klicken Nutzer auf solche Werbebanner, aktivieren sie häufig unbemerkt kostenpflichtige Abo-Dienste, die dann über die Telefonrechnung abgerechnet werden.

Immer mehr Smartphone-Nutzer tappen in Abofallen © Scanrail - Fotolia

Immer mehr Smartphone-Nutzer tappen in Abofallen © Scanrail – Fotolia

Gefahr durch Werbebanner in Apps

Betrügerische Unternehmen nutzen immer häufiger Smartphone-Apps, um Nutzer in Abofallen zu locken. Dafür schalten unseriöse Unternehmen Werbebanner in Smartphone-Apps oder auf Internetseiten, die auf den ersten Blick kostenfreie Leistungen anbieten. Während der Nutzung der Apps, erscheinen die Werbeanzeigen dann auf dem Bildschirm der Nutzer. Klicken Nutzer unbedarft auf die Einblendungen, werden so kostenpflichtige Abos aktiviert. Der Nutzer merkt in den meisten Fällen anfangs gar nicht, dass er eine kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen hat. Erst auf der Telefonrechnung erscheinen dann die Kosten für das Abo als Serviceleistung einer Drittfirma.

Kein wirksamer Vertragsschluss

Klar ist, dass über Werbebanner aktivierte Abo-Verträge in den meisten Fällen nicht wirksam sind. Wirksamkeitsvoraussetzung eines solchen Vertrages ist vor allem, dass der jeweilige Nutzer vor Vertragsschluss eindeutig und klar über die Höhe einer zu zahlenden Rechnungssumme aufgeklärt wird. Ohne ausreichende Information über den Leistungsgegenstand, die anfallenden Kosten und gesetzliche Widerrufsmöglichkeiten, ist ein Vertragsschluss unwirksam.

Ungewollte Abos kündigen

Sind Smartphone-Nutzer einmal in eine solche Abofalle getappt, wird der Rechnungsbetrag über die eigene Mobilfunkrechnung abgerechnet. Technischer Hintergrund ist dabei die Abrechnungsmethode „WAP-Billing“. Problematisch ist, dass Abofallen-Betreiber in den meisten Fällen die eigene unternehmerische Identität verschleiern. Kunden sehen so auf der Mobilfunkrechnung lediglich Informationen eines Zahlungsanbieters, der vom Abofallenbetreiber zum Einzug von Rechnungsforderungen beauftragt wurde. Opfer einer solchen Abofalle sollten daher zuerst die Identität des Abofallen-Betreibers ermitteln. Der eigene Mobilfunkanbieter muss entsprechende Auskünfte erteilen. Ist die abbuchende Firma ermittelt, sollten Smartphone-Nutzer das vermeintliche Abo beenden.

Abofallen – Geld zurück fordern

Betreiber solcher Abofallen werden in den meisten Fällen Kündigungen für die Zukunft akzeptieren. Die Forderung einer Rückzahlung bereits abgebuchter Gelder wird jedoch in vielen Fällen verweigert. Helfen kann dann die Kontaktaufnahme zum eigenen Mobilfunkanbieter. Mit Hinweis auf die zu Unrecht abgebuchten Gelder für Drittanbieterleistungen, sollte eine Erstattung der abgerechneten Abokosten erbeten werden.

Drittanbieterdienstleistungen grundsätzlich sperren

Smartphone-Nutzer, die sich zukünftig vor ungewollten Abofallen schützen wollen, sollten bei ihrem Mobilfunkanbieter eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten lassen. § 45d Abs. 3 TKG regelt, dass der jeweilige Netzbetreiber der Aufforderung des Verbrauchers, eine Drittanbietersperre einzurichten, unentgeltlich nachzukommen hat. Nach Aktivierung der Drittanbietersperre, ist man dann weitestgehend von unberechtigten Forderungen geschützt, da dritte Unternehmen die eigenen Leistungen nicht mehr über „WAP-Billing“ abrechnen können. (NIH)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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