IT-Recht

Illegale Streaming-Plattformen stream4k.net und mystreamz.cc offline

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Bayerischen Landeskriminalamt haben nach monatelangen Ermittlungen die zwei illegalen Streaming-Plattformen „stream4k.net“ und „mystreamz.cc“ vom Netz nehmen können. Die mutmaßlichen Betreiber sitzen in Haft.

Illegale Streaming-Plattformen stream4k.net und mystreamz.cc offline ©-cirquedesprit-Fotolia

Pay-TV im Internet

Über die Streaming-Portale mystreamz.cc und stream4k.net konnten Nutzer SkyHD, FOX, TNT, Eurosport, Sport 1, Motorvision und andere PayTV-Anbieter empfangen. Die Betreiber der Plattformen haben die Sendesignale der PayTV-Anbieter über das Internet zahlungswilligen Kunden zugänglich gemacht. Die Plattformen hatten dabei bis zu 3000 zahlende Kunden. Die Portale gehörten damit zeitweise zu den größten Anbietern im deutschsprachigen Raum.

Betreiber verhaftet

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Bayerische Landeskriminalamt haben bereits im Jahr 2016 zahlreiche Durchsuchungen und Festnahmen durchgeführt. Durch die Sicherstellung von Beweisen und weiteren Ermittlungen, konnten die Behörden am 23.01.2017 den 25-jährigen Hauptverdächtigen in Köln festnehmen.

Bitcoins und Bargeld sichergestellt

Bei der Verhaftung des 25-jährigen Hauptverdächtigens, konnten die Ermittler auch Bargeld und Bitcoins in fünfstelliger Höhe sicherstellen. Die geleistete Vorkasse der ehemaligen Kunden der Streaming-Portale ist verloren. Ansprüche auf eine Rückerstattung der bereits entrichteten Zahlungen, lassen sich selbstverständlich nicht durchsetzen.

Verstoß gegen Urheberrecht bei Streaming Plattformen stream4k.net und mystreamz.cc

Dem Betreiber der Plattformen und seinen Unterstützern werden hauptsächlich gewerbsmäßige Straftaten nach dem Urhebegesetz und der Verstoß gegen weitere Strafgesetze vorgeworfen.

Fazit

Die Betreiber der Plattformen werden sich nun vor Gericht verantworten müssen. Klar ist, dass die Rechteinhaber und Pay-TV-Sender ein großes Interesse daran haben, dass ihr TV-Programm nicht zu Dumpingpreisen im Internet angeboten wird. Auch Kunden offensichtlich rechtswidriger Streaming-Angebote kann theoretisch eine strafrechtliche Verfolgung drohen. Zumindest dann, wenn Ermittlungsbehörden die Identität der Nutzer ermitteln können. (NH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. schauerer sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Erstaunen habe ich folgenden Abschnitt gelesen:
    „Auch Kunden offensichtlich rechtswidriger Streaming-Angebote kann theoretisch eine strafrechtliche Verfolgung drohen.“

    Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass dem nicht so sei. Aufgrund welcher Gesetzeslage kommt dies zu Stande?
    Erschleichen von Leistungen?

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