IT-Recht

Hackerangriff: Webseite des SZ Magazins angegriffen – Nutzerdaten von 200.000 Personen gestohlen

Die Süddeutsche Zeitung wurde Opfer eines Hackerangriffes. Die Angreifer konnten sich wohl Zugriff auf einen Datenbankserver verschaffen und anschließend auf die Nutzerdaten von 200.000 Personen zugreifen.

Hackerangriff: Webseite des SZ Magazins angegriffen – Nutzerdaten von 200.000 Personen gestohlen ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Hackerangriff: Webseite des SZ Magazins angegriffen – Nutzerdaten von 200.000 Personen gestohlen ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Datendiebstahl – ein immer wiederkehrendes Problem

Unternehmen, die Nutzerdaten erheben und speichern, versuchen sich regelmäßig mit größter Sorgfalt vor Angriffen von außen zu schützen. Problematisch ist, dass Hacker viele Möglichkeiten wahrnehmen können, um IT-Systeme von Unternehmen anzugreifen. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die DuMont-Mediengruppe Opfer eines Hackerangriffes wurde.

Datenbankserver angegriffen

Die Süddeutsche Zeitung teilte nun mit, dass in der Nacht auf den 18. Mai ein Hackerangriff auf einen Blogserver des SZ-Magazins verübt wurde. Die unbekannten Täter konnten so gespeicherte Profildaten von Nutzern abgreifen. Betroffen sind vor allem Daten von Personen, die sich auf der Webseite sz-magazin.sueddeutsche.de angemeldet hatten, um an Gewinnspielen teilzunehmen, Newsletter zu erhalten oder die frühere Kommentarfunktion der Seite nutzen zu können.

Welche Daten sind betroffen?

Die gestohlenen Datensätze setzen sich nach Auskunft der Süddeutschen Zeitung aus verschiedenen Informationen zusammen. Die meisten Profildaten umfassen Vor- und Nachnamen, die E-Mail-Adressen, Postleitzahlen und teilweise freiwillige Angaben wie Geburtsdaten, Adressen und Telefonnummern von registrierten Nutzern. Auch die gespeicherten Passwörter zu den Nutzer-Accounts wurden gestohlen. Die Passwörter wurden dabei jedoch als Hashwert verschlüsselt gespeichert. Bankverbindungen oder Kreditkartendaten wurden nicht gestohlen.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Der Hackerangriff selbst wurde über das Blog-System verübt, das vom SZ-Magazin eingesetzt wurde. Die Zeitung teilte mit, dass die betroffenen IT-Systeme offline genommen wurden und die Schwachstelle beseitigt worden ist. Nach derzeitigem Stand sind keine anderen IT-Systeme des Verlagshauses erfolgreich angegriffen worden. Der Verlag teilte mit, dass er einen Strafantrag gegen die noch unbekannten Täter gestellt hat.

Passwörter ändern

Betroffene Nutzer des SZ-Magazins wurden vom Verlag per E-Mail kontaktiert. Ratsam ist es, dass verwendete Passwörter umgehend geändert werden. Wurden Passwörter auch für weitere Anwendungen genutzt, sollten auch diese Passwörter vorsichtshalber ausgetauscht werden.

Fazit

Grundsätzlich sollten Internetnutzer nur sparsam mit persönlichen Informationen im Internet umgehen und nach Möglichkeit auf die Speicherung persönlicher Daten auf fremden Servern verzichten. Darüber hinaus ratsam ist, dass das selbe Passwort nicht wiederholt für verschiedene Anwendungen genutzt wird. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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