IT-Recht

Google löscht viele Links – Recht auf Vergessen

Der EuGH hat im Mai 2014 entschieden (Rechtssache C-131/12), dass Suchmaschinenbetreiber verpflichtet sind Löschungsanträge von Privatpersonen anzunehmen, zu überprüfen und bei Bedarf die bestreffenden Links dann aus dem Suchindex zu entfernen. Damit wird ein hinter dem Link stehender Inhalt zwar nicht gelöscht, aber durch die Löschung des Links in einer Suchmaschine ist der Inhalt nur noch schwerlich über Suchmaschinen zu finden.

 

 Google löscht viele Links – Recht auf Vergessen©-Thomas-Jansa-Fotolia

Google löscht viele Links – Recht auf Vergessen©-Thomas-Jansa-Fotolia

Viele nutzen „Recht auf Vergessen“

Seit dem der EuGH den Schutz der Privatsphäre gestärkt hat, können sich Einzelpersonen mit der Bitte um Löschung von Links an Suchmaschinenbetreiber wenden, sofern die hinter dem Link befindlichen Inhalt diskreditierend, unrichtig oder namentlich erscheinen. Von diesem Angebot haben europaweit viele Menschen Gebrauch gemacht. Suchmaschinenbetreiber können die Löschung eines Links nur dann verweigern, wenn das öffentliche Interesse an dem hinter dem Link befindlichen Inhalt das Persönlichkeitsrecht des Antragsstellers überwiegt.

Fast eine Million beanstandete Links bei Google

Bis heute haben knapp 200.000 Menschen entsprechende Löschungsanträge zu knapp einer Million Links gestellt. Die Reaktion der Suchmaschinenbetreiber ist soweit positiv. Statistisch wurden europaweit zwischen 30 – 50 % der Anfragen positiv beantwortet und entsprechende Links aus dem Suchmaschinenindex entfernt. Nach Statistiken des Branchenprimus Google richten sich die meisten Löschungsanträge gegen Links, die sich in sozialen Netzwerken befinden.

Schutz der Privatsphäre

Die eigene Privatsphäre ist wichtig. Der Schutz der eigenen Privatsphäre noch viel wichtiger. Sie sollten als Privatperson durchaus zeitig einschreiten, sofern Sie das Auffinden von bestimmten Inhalten im Internet erschweren möchten. Das Internet vergisst nie und oftmals ist unklar welche Inhalte zukünftig für Sie – z.B. bei Bewerbungen oder Kreditgeschäften – nachteilig werden können. Das frühzeitige Einschreiten mittels eines Löschungsauftrages bei Google ist der einzige Weg, um die Verbreitung nachteiliger Inhalte zumindest einzudämmen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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