IT-Recht

Geofencing für Kamerakopter lässt sich mit neuem Update deaktivieren

Mit einem neuen Update seiner Steuerungssoftware „DJI GO“ (iOS/Android) ermöglicht der Weltmarktführer für Kamerakopter „DJI“ seinen Nutzern die vorübergehende Deaktivierung von Flugverbotszonen. Doch diese müssen dafür sensible Daten preisgeben.

Geofencing für Kamerakopter lässt sich mit neuem Update deaktivieren ©-asrawolf-Fotolia

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Was ist Geofencing?

Nachdem es in den vergangenen Jahren mehrfach zu mehr oder minder gefährlichen Zwischenfällen mit Multikoptern kam, entschied sich DJI als Weltmarktführer für Multikopter im Jahr 2013 für die Einführung von Flugverbotszonen. Beim sogenannten Geofencing werden mittels GPS-Koordinaten virtuelle Zäune um spezielle Gebiete und Objekte gezogen. Fliegt ein Multikopter nun an diesen Bereich heran, wird er zunächst zu einem Tiefflug, im Extremfall sogar zu einer vom Autopilot durchgeführten Landung gezwungen.

Unangemessene Benachteiligung für professionelle Nutzer von Kamerakoptern

Die Einführung der Flugverbotszonen wurde von Betreibern der Kamerakopter nicht nur positiv aufgenommen. Als Vorteil wurde angeführt, dass auf diesem Weg gefährliche Zwischenfälle von Laien mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert werden könnten. Dies gilt zumindest, wenn es sich um einen Multikopter der Firma DJI handelt. Zum anderen würde auf diese Art und Weise jedoch professionellen und gewerblichen Filmern der Zugang zu speziellen Objekten und Orten verwehrt werden, da der Autopilot innerhalb der Flugverbotszone den Start gänzlich verweigert. Inspektionsflüge an Flughäfen oder Landschaftsaufnahmen in der Nähe solcher blieben den Nutzern bisher verwehrt.

Neues Update schafft Abhilfe

Dieser Problematik tritt DJI nun mit einem kürzlich veröffentlichen Update seiner Tablet- und Smartphone-App für sämtliche aktuellen Multikoptermodelle des Herstellers entgegen. Eingeteilt in verschiedene Warnzonen ermöglicht DJI dem Nutzer nun, vormals gesperrte Gebiete zu überfliegen. Dafür erforderlich ist jedoch, dass sich der Pilot mittels Hinterlegung der Mobilfunk- und Kreditkartennummer sowie seiner Email Adresse in der App verifiziert. Hierbei führt DJI nach eigener Aussage keine direkte Überprüfung der Daten durch, behält sich aber ausdrücklich die Weitergabe der Daten an Ermittlungsbehörden vor, sollte es innerhalb einer Warnzone zu einem Zwischenfall kommen. Gänzlich lassen sich die Flugverbotszonen allerdings auch mit diesem Update nicht umgehen. So behält DJI es sich vor, gewisse Gebiete auch auf Anfrage nicht zum Überflug freizugeben. Beispielhaft benennt DJI temporäre Großveranstaltungen, Gefängnisse, Atomkraftwerke sowie die Innenstadt von Washington D.C..

Insgesamt handelt es sich um ein erfreuliches Update, werden unvorsichtige Nutzer schließlich weiterhin durch die Weitergabe ihrer persönlichen Daten von unüberlegten Flugmanövern abgehalten, während professionelle Piloten nun auch an bisher gesperrten Orten ihre Arbeiten durchführen können. (ANJ)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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