IT-Recht

Fluglotsen schlagen Alarm: Steigender Drohnenverkehr von Privatleuten erschwert die Arbeit der Flugsicherheit

Der technische Fortschritt macht es möglich. Immer mehr Privatleute gönnen sich eine unbemannte Flugdrohne für das Freizeitvergnügen-was nicht ohne Weiteres rechtlich erlaubt ist.

 

 Vorsicht mit dem Betrieb von einer Flugdrohne © ferkelraggae-Fotolia

Vorsicht mit dem Betrieb von einer Flugdrohne © ferkelraggae-Fotolia

Waren es früher noch Väter, die mit Ihren Söhnen Drachen und Ballons, später dann Verliebte, die sogenannte und mittlerweile verbotene Himmelslaternen mit Kerzenlicht steigen ließen, so geht der Trend heute eindeutig zu technisch hochgerüsteten Flugdrohnen. Die aktuell gefragten Modelle schaffen ohne Probleme eine Flughöhe von deutlich 100 Metern.

Allerdings wissen viele Nutzer nicht, dass hierfür in den allermeisten Fällen, und dass auch im privaten Bereich, eine Fluggenehmigung nötig ist. Bezüglich der gewerblichen Nutzung wurde das Luftverkehrsgesetz bereits im Jahr 2012 geändert und betrifft vor allem die Nutzer, die zum Beispiel mithilfe von kamerabestückten Drohnen Luftaufnahmen anfertigen möchten. Dabei handelt es sich insbesondere um Journalisten oder kommerzielle Firmen im Zusammenhang mit Verkehrsbeobachtungen. In diesen Bereichen benötigen die Interessenten aufgrund der noch relativ unsicheren Datenschutzbestimmungen für die Nutzung einer Flugdrohne immer eine behördliche Genehmigung. Die Genehmigungen unterliegen einer Vielzahl von strengen Auflagen.

Aber auch Privatpersonen unterliegen unter Umständen der Genehmigungspflicht. Dies insbesondere in der Nähe von Flughäfen. Aus diesem Grund fallen in den deutschen Großstädten große Bereiche des Stadtgebiets unter die Genehmigungs-pflicht. In Hamburg oder Berlin ist es bereits fast das gesamte Stadtgebiet. Die gestellten Anträge bedeuten natürlich einen großen Arbeitsaufwand für die Deutsche Flugsicherung (DFS), die unter der Mehrbelastung leiden. Es ist daher mit Spannung abzuwarten, wie der Gesetzgeber sich zukünftig zur Drohnennutzung Privater und Gewerblicher positioniert und dieses noch recht junge Problemfeld regeln wird.

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. H. Schubert sagt:

    Die Behörden und Polizei nehmen das grosse Problem „Private Drohnen“ nicht annähernd ernst. Im Gegenteil, es wird belächelt. Meldungen gelten grundsätzlich als Übertreibung oder Paranoia. Dabei ist dort scheinbar nicht bekannt, welche Höhen die Geräte annehmen. Wer es mit Schwebedrohnen zu tun hat, die immer wieder dasselbwe Wohngebiet in einer Höhe von ca. 600m ansteuert – um dann ewiglange darüber schweben zu bleiben, dann fragt man sich schon irgendwann mal, warum und wieso. Dann findet man auf Youtube unter „Quadrocopter“ + „Long Range“ heraus, dass Flughöhen von mehreren KM heute standard sind (entgegen der weitverbreiteten Behauptungen „höchstens 300 Meter). Auch die Akkus mit Long Range Systemen laufen 1-2 Stunden. Ob verboten oder nicht – es kontrolliert keiner. Das ganze nennt sich Wolkenflug. Durch Wolken kann gefilmt werden, da diese mittels Technik durchleuchtet werden. Aber von unten sieht man nichts. Man hört es nur. Schon Ulrich Lepper (Datenschutzbeauftragter NRW) warne davor, dass mittels in private Drohnen eingebauter Wärmebildkameras Häuser problemlos durchleuchtet und Vorgänge hinter Mauern beobachtet werden können. Da dürfte noch weit mehr zu sehen sein , als ein roter oder orangener Punkt der sich von Raum zu Raum bewegt…. Und das wird auch längst grossflächig gemacht. Tipp: Achtet auf Sterne, die keine sind…. Es checkt so gut wie keiner. ^^

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