IT-Recht

Facebook-Renate Künast wehrt sich gegen Fake-News

Auf Facebook hat sich ein Bild mit einem erfundenen Zitat der Politikerin Renate Künast verbreitet. Daraufhin hatte die Grünen-Politikerin Anzeige gegen den Betreiber einer rechtsnationalen Facebook-Seite erstattet und gleichzeitig Strafantrag gegen Unbekannt gestellt.

 Facebook- - Renate Künast wehrt sich gegen Fake-News © simsalabin1-Fotolia

Facebook- – Renate Künast wehrt sich gegen Fake-News © simsalabin1-Fotolia

Fake-News

Auf mehreren Facebook-Seiten war in der vorherigen Woche ein Bild von Renate Künast verbreitet worden. Auf dem Foto war ein angebliches Zitat von Renate Künast zu lesen: „der traumatisierte Junge Flüchtling hat zwar getötet man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen“. Das Bild wurde kurz nach dem Mord an einem 19-jährigen Mädchen und der anschließenden Festnahme eines verdächtigen Flüchtlings veröffentlicht.

Gefälschte Quellenangabe

Renate Künast hatte sich zu dem Fall in dieser Form jedoch überhaupt nicht geäußert. Als Quelle des Zitats wurde die Süddeutsche Zeitung vom 03.12.2016 genannt. Obwohl das Zitat frei erfunden war, hatte sich das Bild rasant auf  Facebook verbreitet und wurde tausendfach geteilt. Vor allem populistische Nutzergruppen hatten die Verbreitung vorangetrieben.

Ursprung der Fake-News in Österreich

Nach ersten Erkenntnissen wurde das Bild von Wien aus, am Tag der österreichischen Präsidentenwahl, veröffentlicht. Der verantwortliche Urheber oder Verbreiter hatte das Bild dann am Mittwoch wieder gelöscht. Die virale Verbreitung allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits  nicht mehr zu stoppen.

Wie hat Facebook reagiert?

Künast selbst hatte das soziale Netzwerk umgehend auf den Post hingewiesen und den Konzern um sofortige Löschung gebeten. Auch die Süddeutsche Zeitung hatte Facebook kontaktiert und eine Löschung angestrengt. Facebook selbst jedoch reagierte zunächst alles andere als hinreichend. Erst nach mehreren Tagen wurde das Bild entfernt. Der Konzern sah sich daraufhin veranlasst, sich bei Renate Künast zu entschuldigen.

Künast fordert schnelleres Eingreifen

Künast hat daraufhin auf Facebook kritisiert, dass Fake-News nicht umgehend gelöscht würden. Sie bemängelt insbesondere, dass eine Löschung nach Meldung erheblich zu lange dauern würde  und forderte ein schnelleres Einschreiten.

Facebook reagiert

Nicht zuletzt durch die weltweit harsche Kritik an der Rolle des Konzerns im US-Wahlkampf  hat das soziale Netzwerk nun offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und kündigte neue Maßnahmen im Kampf gegen Fake-News an. Insbesondere für Nutzer soll es demnach in Zukunft leichter werden, erfundene Nachrichten zu melden. Zudem würde der Konzern ab sofort mit externen Spezialisten zusammenarbeiten, deren Kerngebiet der Faktencheck sei, lautet es in einer Stellungnahme Facebooks. Auch Algorithmen, die darüber entscheiden, welche Artikel im Newsfeed der Nutzer auftauchen, sollen angepasst und geändert werden. Verdächtige Nachrichten sollen zukünftig mit einem Warnstempel versehen werden, sofern Nutzer solche Beiträge teilen wollen. Besonders im US-Wahlkampf hatten sich einige stark bereichert, da aufsehenerregende Nachrichten eine starke Aufmerksamkeit nach sich ziehen. Das soziale Netzwerk möchte zukünftig versuchen, diese Einnahmequellen fragwürdiger Autoren auszutrocknen.  (CHB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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