IT-Recht

Facebook: Datenkrake geht in die Offensive

Facebook steht seit längerem wegen der Verwendung von dem sogenannten Datr-Cookie bei Datenschützern vor allem aus Belgien in der Kritik. Diese werfen Facebook vor, dass es damit auch persönliche Daten von Nicht-Mitgliedern sammeln wolle. Hiergegen wehrt sich Facebook und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe.

Facebook: Datenkrake geht in die Offensive©-cirquedesprit-Fotolia

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Die Verwendung von einem Datr-Cookie und anderen Tracking-Cookies durch Facebook  wird bereits seit vielen Jahren von deutschen Datenschützern wie dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar kritisiert und dabei auf einen 53 seitigen Prüfbericht zu Facebook-Cookies verwiesen. Dabei wird dem sozialen Netzwerk vor allem vorgeworfen, dass der jeweilige Nutzer auch dann erkannt werden kann, wenn dieser sich nicht bei Facebook anmeldet. Dies kann beispielsweise dann geschehen, wenn er den gefällt-mir-Button betätigt. Auf diese Weise ist es möglich, dass heimlich Bewegungsprofile der Nutzer erstellt und ausgewertet werden.

Klage gegen Facebook wegen Verwendung von Datr-Cookie

Die belgischen Datenschützer haben vor einiger Zeit Facebook wegen Verwendung von einem sogenannten Datr Cookie vor einem Gericht in Brüssel verklagt. Sie möchten mit ihrer Klage erreichen, dass Facebook dies untersagt wird. Sie nahmen dabei Bezug auf einen von ihr am 13.05.2015 verfassten Bericht, der einen Umfang von 28 Seiten umfasst.

Facebook beruft sich auf „Sicherheit“

Hierzu hat Facebook mit einem Blog-Beitrag vom 13.10.2015 Stellung bezogen. Der Sicherheitschef  bestreitet die Vorwürfe der Datenschützer in Bezug auf die Verwendung dieser Cookies. Darüber hinaus verweist er darauf, dass die Verwendung von DAT- Cookies ángeblich der Sicherheit dienen würde und daher auch im Interesse der Nutzer sei. Beispielsweise könnten so besser das Anlegen von Fake-Konten und Spam Konten sowie DOS-Attacken verhindert werden.

Fazit:

Die Bedenken der Datenschützer sind nicht von der Hand zu weisen. Der Europäische Gerichtshof hat ihre Position durch die jüngst ergangene Urteil vom 06.10.2015 Rechtssache C-362/14 gestärkt, in der die Richter das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der EU und der USA für unwirksam erklärt haben. Dieses erlaubte Unternehmen wie Facebook bislang eine vereinfachte Übermittlung der persönlichen Daten der Nutzer in die USA. Facebook Nutzer sollten am besten ihre Cookies nach jedem Facebook-Besuch löschen. Dies ist beispielsweise beim Firefox über die „Einstellungen“ möglich.(HAB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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