IT-Recht

Experten warnen vor WhatsApp

Über eine Milliarde Nachrichten täglich werden seit einigen Jahren bedenkenlos über WhatsApp, den SMS-Ersatz versandt. Dabei ist das kleine Programm nicht so sicher, wie es scheint. Experten haben gravierende Sicherheitsmängel gefunden.

Ein Test von heise Security hat ergeben, dass der Nachrichtendienst Whatsapp sehr leicht von außen eingesehen werden kann. Ist der Account einmal geknackt, kann man ihn nicht mehr durch ein neues Passwort vor fremdem Zugriff schützen.

Bereits vor einigen Wochen waren diverse Zweifel an der Sicherheit des Anwendungsprogramms aufgekommen. Ein britischer Webentwickler, Sam Granger entdeckte, dass zur Anmeldung am Server der App beim Google-Betriebssystem Android ein Passwort aus der Seriennummer des Smartphones (IMEI) erstellt wird und bei iOS aus der MAC-Adresse der W-LAN-Schnittstelle.

 

In einem solchen Fall ist der Nutzer schutzlos ausgeliefert: Denn die IMEI steht an der Rückseite des Gerätes oder lässt sich per Tastenkombination auslesen. Die MAC-Adresse dagegen erreicht man noch einfacher: Das Smartphone braucht nur in ein W-LAN eingeloggt zu sein und schon kann jeder sich in Netz-Reichweite befindende User die Adresse ablesen. Laut den Experten von heise Online soll Whatsapp auch bei der Verschlüsselung von Nachrichten nachlässig gearbeitet haben.

Das Informationsportal techfacts.de hält Updates der App für erforderlich, um die Sicherheit zu verbessern. Dabei weist das Portal darauf hin, dass die als kostenpflichtig deklarierten Updates dieser App in Wirklichkeit kostenlos seien.

Die kleine Anwendung WhatsApp ist eine der meistverkauften iPhone Apps und anwendbar auf Android, Blackberry, Windows Phone sowie Nokia-Betriebssystemen. Nachdem es auf das Telefon geladen wurde, kann man anderen Whatsapp-Nutzern kostenlos SMS, Audio- sowie Videonachrichten verschicken aber auch an Gruppenchats teilnehmen. Das alles ohne Werbung.

 

Entwickelt wurde Whatsapp von Jan Koum und Brian Acton. Beide arbeiteten für Yahoo und lernten sich dort kennen. 2009 entwickelten sie den Whatsapp-Messenger und gründeten ihre eigene Firma, die zwei Jahre später von der Sequoia Capital – Gesellschaft mit 8 Mio. Dollar bezuschusst wurde.

 

Die Firma hat einen positiven Cashflow allein mit dem Verkauf der App. Die Anwendung kostet für das iPhone 0,99 Dollar, für alle anderen Betriebssysteme ist sie kostenlos. Nach 1 Jahr wird eine Jahresgebühr von ebenfalls 0,99 Dollar erhoben. Whatsapp verkauft keine Daten ihrer Kunden, sondern sammelt lediglich Telefonnummern, um die User miteinander zu verbinden.  Sie finanziert sich auch nicht durch Werbung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben

  1. Pat sagt:

    jetzt ihr auch?

    Hm, diese Sicherheitsexperten sollten auch mal die anderen Apps Anwendungen.. Es gibt genug Anwendungen die ebenfalls diese Fehler aufweisen.. Whatsapp ist nicht unsicherer als andere Anwendungen!

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.