IT-Recht

Entertainment-Projekt von Bittorrent – finanziert durch Crowdfunding

Bekannt geworden ist die Filesharing-Plattform Bittorrent als Tatort vieler Urheberrechtsverletzungen durch illegales Tauschen von Dateien. Die Macher von Bittorrent bieten Künstlern nun eine neue Einnahmequelle. Dazu soll die Serie „Children of the Machine“ testweise an den Start gehen.

 

Entertainment-Projekt von Bittorrent – finanziert durch Crowdfunding ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Entertainment-Projekt von Bittorrent – finanziert durch Crowdfunding ©-Thomas-Jansa-Fotolia

 

Im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts soll die achtteilige Science-Fiction-Serie „Children of the Machine“ finanziert werden. Dabei sollen die Nutzer des Peer-to-Peer-Anbieters 9,95 Dollar bezahlen. Ein Pilotfilm zu der Serie wurde von Produzent Marco Weber und Drehbuchautor Jeff Stockwell entwickelt und soll im Dezember gratis über Bittorrent erhältlich sein. Während der Pilotfilm von der Firma Rapid Eye Studios und einigen Investoren finanziert wurde, soll es die Serie nur bei rund 250.000 zahlungsbereiten Nutzern geben.

„Bundle“ als neue Einnahmequelle

Bittorrent treibt mit der Neuerung das sogenannte Bundle voran, welches Anfang 2013 testweise eingeführte wurde. In einem solchen Download-Paket ist von Songs über Videos alles enthalten, was von einem Künstler produziert wird. Der Dienst verzeichnet mittlerweile zwei Millionen Inhalte von etwa 10.000 Anbietern, wobei die Bundles bereits über 100 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Diese Zahlen sind nicht weiter verwunderlich, kommt doch ein typisches Bundle auf ca. 167.000 Downloads innerhalb von 24 Stunden.

Bittorrent: Konkurrenz zu Amazon, iTunes oder Spotify?

Die Bundles können eine Art Ergänzung zu Diensten wie Amazon, iTunes oder Spotify darstellen, indem z.B. ein Musiker in Bundles Links von Musikstreaming-Diensten einbettet. Es könnte sich aber auch ein direktes Konkurrenzverhältnis entwickeln. Gab man bisher lediglich Nutzerdaten wie E-Mail-Adressen preis, sollen die 170 Millionen Bittorrent-Nutzer im Monat nun für Inhalte zahlen. Dabei sollen etwa 10 % der Einnahmen an Bittorrent gehen. Ein vergleichbarer Versuch scheiterte 2008 bereits, als die Bittorrent-Macher im Rahmen des „Bittorrent Entertainment Network“ beispielsweise für eine Folge von „Desperate Housewifes“ 20 Dollar verlangten.

„Fehlbenutzung ihres Protokolls unterbinden“

Das 115-Mitarbeiter-Unternehmen ist seit 2008 profitabel und gehört unter anderem Gründer und Entwickler Bram Cohen sowie Risikokapitalgebern wie Accel Partners. Bittorrent und seine Macher werden von der Unterhaltungsindustrie misstrauisch beäugt, handelt es sich doch um ein kollaboratives Filesharing-Protokoll zur Verteilung großer Dateien, das häufig auch zur illegalen Verbreitung geschützter Inhalte genutzt wird. Entsprechend erklärt Ruth Vitale: „Wenn sie Künstler wirklich unterstützen möchten, müssen die Bittorrent-Macher die weitverbreitete Fehlbenutzung ihres Protokolls unterbinden.“ Wie hoch der von Filesharing-Plattformen verursachte Schaden für die Unterhaltungsindustrie ist, wird in der Wissenschaft heiß diskutiert.

Bekannt geworden ist die Filesharing-Plattform Bittorrent als Tatort vieler Urheberrechtsverletzungen durch illegales Tauschen von Dateien. Die Macher von Bittorrent bieten Künstlern nun eine neue Einnahmequelle. Dazu soll die Serie „Children of the Machine“ testweise an den Start gehen.

Im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts soll die achtteilige Science-Fiction-Serie „Children of the Machine“ finanziert werden. Dabei sollen die Nutzer des Peer-to-Peer-Anbieters 9,95 Dollar bezahlen. Ein Pilotfilm zu der Serie wurde von Produzent Marco Weber und Drehbuchautor Jeff Stockwell entwickelt und soll im Dezember gratis über Bittorrent erhältlich sein. Während der Pilotfilm von der Firma Rapid Eye Studios und einigen Investoren finanziert wurde, soll es die Serie nur bei rund 250.000 zahlungsbereiten Nutzern geben.

„Bundle“ als neue Einnahmequelle

Bittorrent treibt mit der Neuerung das sogenannte Bundle voran, welches Anfang 2013 testweise eingeführte wurde. In einem solchen Download-Paket ist von Songs über Videos alles enthalten, was von einem Künstler produziert wird. Der Dienst verzeichnet mittlerweile zwei Millionen Inhalte von etwa 10.000 Anbietern, wobei die Bundles bereits über 100 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Diese Zahlen sind nicht weiter verwunderlich, kommt doch ein typisches Bundle auf ca. 167.000 Downloads innerhalb von 24 Stunden.

Konkurrenz zu Amazon, iTunes oder Spotify?

Die Bundles können eine Art Ergänzung zu Diensten wie Amazon, iTunes oder Spotify darstellen, indem z.B. ein Musiker in Bundles Links von Musikstreaming-Diensten einbettet. Es könnte sich aber auch ein direktes Konkurrenzverhältnis entwickeln. Gab man bisher lediglich Nutzerdaten wie E-Mail-Adressen preis, sollen die 170 Millionen Bittorrent-Nutzer im Monat nun für Inhalte zahlen. Dabei sollen etwa 10 % der Einnahmen an Bittorrent gehen. Ein vergleichbarer Versuch scheiterte 2008 bereits, als die Bittorrent-Macher im Rahmen des „Bittorrent Entertainment Network“ beispielsweise für eine Folge von „Desperate Housewifes“ 20 Dollar verlangten.

„Fehlbenutzung ihres Protokolls unterbinden“

Das 115-Mitarbeiter-Unternehmen ist seit 2008 profitabel und gehört unter anderem Gründer und Entwickler Bram Cohen sowie Risikokapitalgebern wie Accel Partners. Bittorrent und seine Macher werden von der Unterhaltungsindustrie misstrauisch beäugt, handelt es sich doch um ein kollaboratives Filesharing-Protokoll zur Verteilung großer Dateien, das häufig auch zur illegalen Verbreitung geschützter Inhalte genutzt wird. Entsprechend erklärt Ruth Vitale: „Wenn sie Künstler wirklich unterstützen möchten, müssen die Bittorrent-Macher die weitverbreitete Fehlbenutzung ihres Protokolls unterbinden.“ Wie hoch der von Filesharing-Plattformen verursachte Schaden für die Unterhaltungsindustrie ist, wird in der Wissenschaft heiß diskutiert.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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