IT-Recht

Die Mobilfunkpreise innerhalb der EU sinken weiter

Endlich mal gute Neuigkeiten aus Brüssel. Aufgrund der zahlreichen Richtlinien und Vorschriften der EU-Kommission wird das Surfen und Telefonieren für alle EU-Bürger im Ausland stetig günstiger.

 Mobilfunkpreise innerhalb der EU sinken weiter©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Pünktlich zum Urlaubsbeginn am 01. Juli 2014 sinken mal wieder die sog. Roaming-Gebühren.

Derzeit darf eine Minute eines abgehenden Auslandsgesprächs innerhalb der EU maximal 28 Cent (inkl. MwSt.) kosten. Ankommende Anrufe werden mit max. 8 Cent pro Minute veranschlagt und eine versendete SMS schlägt mit 9 Cent zu Buche; wobei ankommende SMS kostenfrei sind. Zum 01. Juli sinken aber auch diese Gebühren weiter:
Eine Minute abgehendes Gespräch wird dann nur noch 23 Cent, ankommende Gesprächsminuten sechs Cent und jede abgehende SMS sieben Cent kosten.

Auch das Surfen wird günstiger. Von derzeit 54 Cent pro Megabyte wird es auf nur noch 24 Cent sinken. Trotzdem ist Vorsicht geboten! Bei starker Nutzung oder dem Versenden oder Betrachten von größeren Mediendateien kommen sehr schnell mehrere hundert Megabyte zusammen. Und hundert Megabyte, die man mit 20-30 Minuten YouTube-Videos schnell erreicht, schlagen auch nach der Senkung mit dann immerhin noch 24 Euro zu Buche (derzeit sogar 54 Euro).

Trotz dieser Vorgaben muss jeder Kunde selbst prüfen, in welchem Tarif er derzeit bei seinem Anbieter eingebucht ist. Denn die verschiedenen Tarife innerhalb der jeweiligen Anbieter weichen voneinander ab, so dass viele Kunden in vordergründig günstigeren Tarifen telefonieren, weil die Minutenpreise sogar unter den gesetzlichen Vorgaben liegen. Allerdings fällt bei diesen Tarifen in der Regel pro abgehendes oder angenommenes Gespräch eine einmalige Gebühr von 75 Cent an. Das verteuert die scheinbar vorteilhaften Tarife, wenn man nur wenige Minuten nach Hause telefoniert und auf der einen Seite zwar ein paar Cent pro Minute spart, auf der anderen Seite für jedes angenommene oder abgehende Gespräch vorab pauschal fast einen Euro bezahlt.

In Nicht-EU-Ländern, wie beispielsweise der Schweiz oder Türkei, müssen die Kunden ebenfalls selbst prüfen, ob sein Anbieter günstige Pauschaltarife oder Tagesflats anbietet. Ansonsten können hier pro Gesprächsminute schnell mehrere Euro und pro Megabyte Datennutzung an die 20 Euro anfallen.

Auch die Nutzer von Prepaid-Karten sollten ihre jeweiligen Tarifoptionen vor Reiseantritt überprüfen – Aldi Talk bietet bereits jetzt für Auslandsgespräche die gleichen Verbindungsgebühren an, die auch im Inland zu zahlen sind.

Die beste Nachricht für alle die, die nicht immer vergleichen wollen oder sich auf die Kostendeckelung von knapp 60 Euro verlassen wollen, nach deren Erreichen der Anbieter den Kunden kontaktieren muss, damit der Kunde explizit weiter anfallenden Gebühren zustimmt: das Ziel der derzeitigen Diskussion ist, dass die EU-Roaming-Gebühren im kommenden Jahr 2015 komplett abgeschafft werden. Dann könnte jeder EU-Bürger im Urlaub mit seiner Flatrate bzw. den heimischen Tarifen telefonieren und surfen.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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