IT-Recht

Der Online-Riese „United Internet“ macht gegen Werbeblocker mobil

Die United Internet AG, Muttergesellschaft von 1&1, Web.de oder auch GMX, verstärkt ihren Kampf gegen die bekannten Werbeblocker-Erweiterungen AdBlock und AdBlock Plus.

Der Online-Riese „United Internet“ macht gegen Werbeblocker mobil   ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Der Online-Riese „United Internet“ macht gegen Werbeblocker mobil ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Die Erweiterungen für die Web-Browser Mozilla Firefox (AdBlock Plus) und Google Chrome (AdBlock) unterbinden Werbebanner auf Internetseiten und werden von immer mehr Internet-Usern benutzt.

Problematisch ist die Nutzung in der Regel jedoch weniger für die Benutzer, als für die Anbieter redaktioneller Inhalte, wie z.B. Spiegel Online, Heise, faz.net oder golem.de.

Diese Anbieter sind auf Werbeeinnahmen angewiesen um ihr Produkt, also die eigene Webseite, anbieten und die anfallenden Kosten decken zu können. Wenn nun jedoch immer mehr Internetnutzer die kostenfreien Seiten nutzen, ohne dass Werbung angezeigt werden kann, dann wird die entsprechende Seite für die Werbeindustrie weniger attraktiv. Sinkende Werbeeinnahmen sind in einem bereits hart umkämpften Markt die Konsequenz.

United Internet nimmt diesen Kampf allerdings mit fragwürden Mitteln auf. Nutzer die Seitenangebote von United Internet aufrufen und gleichzeitig Werbeblocker installiert haben, erhalten eine Sicherheitswarnung eingeblendet. Die Sicherheitswarnung leitet auf eine Informationsseite um und rät dringend zur Deinstallation der Werbeblocker.

Diese stellen angeblich ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und ermöglichen es Kriminellen die Passwörter und auch Zugangsdaten zum Online-Banking auszuspähen.

Einen Beweis oder eine fundierte Quelle nennt die von Web.de und GMX betriebene Informationsseite (www.browsersicherheit.info) jedoch nicht. Vielmehr wird dort unter dem Deckmantel eines Artikels der COMPUTER BILD Panik verbreitet, indem dessen Testergebnisse ausschnittsweise und aus dem Zusammenhang zitiert werden, um die Gefährlichkeit der Werbeblocker Add-ons zu untermauern.

Tatsächlich verschleiert die Informationsseite jedoch, dass die Werbeblocker Add-ons üblicherweise eher die Sicherheit verstärken, in dem sie möglicherweise verseuchte Werbebanner unterdrücken. Ein offener Umgang mit seinen Kunden sieht jedenfalls anders aus.

Auf der anderen Seite hat ein Großteil der Internetbranche immer noch kein wirkliches Geschäftsmodell gefunden bzw. ist aufgrund des Geschäftsfelds auf Werbeeinnahmen angewiesen. Deshalb könnte der Weg, den bereits viele Anbieter gegangen sind, der erfolgversprechendere sein: die Nutzer offen ansprechen und auf das Dilemma erklärend hinweisen. Denn, dass kostenlose Online-Angebote wie Spiegel Online, Zeit Online oder Sueddeutsche.de auf Dauer nicht völlig kostenlos funktionieren können, das leuchtet wohl auch den Nutzern ein, die keine Werbung mögen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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