IT-Recht

Cyberangriffe auf Unternehmen: Deckungssummen in Höhe von 100 Millionen Euro notwendig

Nach neusten Informationen hat sich der Elektronikkonzern Bosch gegen Cyberangriffe abgesichert und dies mit einer Deckungssumme in Höhe von 100 Millionen Euro. Das Risiko von Schäden bei Cyberangriffen ist bei einem Konsortium abgesichert. Dieses führt die Allianz an, so Branchenkreise.

Cyberangriffe auf Unternehmen ©-cirquedesprit-Fotolia

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Der internationale Industrieversicherer Ace und die Zürich Gruppe gehören dem Konsortium an.
Bis vor kurzem waren Deckungssummen in dieser Höhe kaum vorstellbar. Es gab nur wenige Unternehmen, die so hohe Summen abdecken wollten und zusätzlich viel es den Versicherungen schwer, die Cyberrisiken zu bewerten und bezahlbare Policen anzubieten.
Heutzutage hat die Industrie mehr Angst vor Angriffen. Alleine 54 Prozent der Firmen waren in den vergangenen drei Jahren Opfer von Cyberangriffen. Dies geht aus einer Umfrage des Versicherungsmaklers Marsh unter europäischen Unternehmen im Jahre 2013 hervor.
Finanzielle Schäden sind die Folge für die Unternehmen. Das stehlen von Kundendaten führt dazu, dass tausende Kreditkarten von den Banken neu ausgestellt werden müssen. Die Rechnungen hierfür schickt die Bank an das Unternehmen.
Auch wenn eine ganze Onlineplattform von Versandunternehmen lahm gelegt wird führt das zu finanziellen Einbußen.

Datendiebe

Die Europäischen Unternehmen schweigen hierzu oft. Ganz anders die US Amerikanischen Unternehmen. Ebay, Michaels Stores, JP Morgan und Adobe meldeten in den letzten Monaten zahlreiche Einbrüche von Datendieben.
Einer der Hackerangriffe traf die Supermarktkette Target Ende 2013. Zugriff verschafften sich die Hacker über einen Zugang bei Dienstleistern der Kühlgeräte reparierte. Dieser musste seine Rechnungen über ein Abrechnungssystem bei Target einstellen. Von diesen Rechnungen aus, gelangen die Hacker in das Hauptsystem und verteilten entsprechende Programme auf allen Registrierkassen.
So zogen die Kriminellen bei 40 Millionen Kunden die bei Target einkauften, die Kreditkartendaten, Geheimzahlen und Umsatzdaten. Zusätzlich bekamen sie Zugang zu einer Kundendatenbank mit 70 Millionen Einträgen.

Cardshops

Seit den zahlreichen Cyberangriffen bieten die Hacker die Kreditkartendaten online in sogenannten Cardshops an. Die Käufer dieser Kreditkarten ziehen dann unbefugt Bargeld an Automaten oder benutzen Blanco Karten, die sie mit den gekauften Daten ausstatten.
Die Supermarktkette Target geht von einem Schaden von mehreren Millionen Dollar aus. 70 Verbraucher reichten gemeinsam eine Sammelklage ein und viele Banken forderten Schadensersatz. Targets Deckungssumme von 100 Millionen Euro wird hierbei nicht ausreichen.

Auch deutsche Unternehmen müssen sich schützen

Solch ein Fallbeispiel bringt auch deutsche Unternehmen ins grübeln. Insbesondere Versandhändler, deren Geschäftsmodell ohne das Internet nicht funktionieren würde, ergreifen schon seit langen Maßnahmen um sich vor Cyberangriffen zu schützen.
Nun ziehen auch große Industrieunternehmen nach. Allerdings gäbe es trotzdem noch eine große Zurückhaltung beim Kauf von Cyberpolicen, so Bräuchle, Geschäftsführer beim Makler Marsh. Die bloße Diskussion über die Qualität von Schutzmaßnahmen reiche nicht aus. Ein eindringen sei überall möglich.
Der Geschäftsführer vom Makler Funk Thomas Abel sagt, dass das Thema in Deutschland allerdings im Moment sehr gehypt werden würde. Nicht für jedes Unternehmen seien solche Schadenszenarien Realität.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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