IT-Recht

BIZZONE – Warnung vor Abzocke durch Telefon-Abofalle

Vorsicht vor Anrufen durch BIZZONE. Den angerufenen Unternehmer werden Fragen gestellt, die diese mit „Ja“ beantworten sollen. So der Plan der Täter. Wer dieser Aufforderung jedoch nachkommt, der soll zahlen. Und zwar ordentlich. Dahinter verbirgt sich jedoch eine perfide Telefon-Abofalle.

Telefonabzocke – Fotolia.de – ©-Brian-Jackson

Die neue Abzock-Masche richtet sich an Firmen. Zahlreiche Unternehmer erhalten derzeit einen unerwarteten Anruf in Form von einem sogenannten „Cold Call“. Der Anrufer stellt sich als Kundenberater der Firma BIZZONE vor und fragt, ob der Angerufene mit einer Aufzeichnung des Gespräches einverstanden ist. Wenn dieser dann mit „Ja“ antwortet, werden zunächst einmal die persönlichen Daten des angerufenen Firmeninhabers vorgelesen. Gesagt wird etwa: „Ihre Firma heißt,“ „Geschäftsführer sind Sie, Herr…“, die Firma liegt an…“, „Ihre E-Mail-Adresse lautet“, „Ihr persönliches Passwort lautet“. Nachdem auf diese Weise viel Text vorgelesen worden ist, erfolgt die „herzliche Begrüßung als Neukunde“.

Im Folgenden wird die angeblich gewünschte Dienstleistung näher erläutert, bei der es vor allem um einen kostenpflichtigen Eintrag auf der Seite bizzone.de geht. Dabei wird der Angerufene immer mal wieder dazu gebracht, „Ja“ zu sagen. Irgendwo versteckt sich darin die Botschaft, dass ein Vertrag geschlossen wurde.

BIZZONE schickt Rechnung von 499,00 Euro

Einige Zeit später bekommen die angerufenen Unternehmer dann von BIZZONE eine Rechnung in Höhe von 499,00 Euro zugestellt. Angeblich für einen kostenpflichtigen Eintrag in das Verzeichnis bizzone.de mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Die Position wird dabei als „BIZZONE PLUS 2 Jahre“ bezeichnet. Das in der Rechnung angegebene Unternehmen BIZ-ZONE d.o.o. soll seinen Sitz in Stuttgart haben. Dabei wird eine Kontoverbindung der Kentobank D.D. aus Zagreb angegeben.

Wer sich weigert, die geforderte Summe zu zahlen, erhält promt eine Mahnung in Höhe von derzeit 672,23 Euro. Diese stammt von der City Inkasso GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main.

Wie sich Gewerbetreibende verhalten sollen

Fakt ist: Wer als Gewerbetreibender von einer ihm unbekannten Firma angerufen wird, sollte stets misstrauisch sein. Dies gilt erst Recht dann, wenn dem Angerufenen auffällt, dass die Gesprächsführung so aufgebaut ist, dass er die Fragen allesamt nur mit „Ja“ beantworten braucht, zudem von einer Gesprächsaufzeichnung die Rede ist und ihm das eigentliche Anliegen nicht sofort deutlich wird. Diese Masche der Telefon-Abofalle wird immer verbreiteter. Ebenso verfährt übrigens auch das Unternehmen „BVO Branchenverzeichnis online“.

Telefon-Abofalle – Vertragsschluss wird vorgespiegelt

Hier besteht der Trick gerade darin, dass den angerufenen Firmen vorgespiegelt wird, dass sie bereits einen Vertrag über eine Dienstleistung in Form eines Branchenbucheintrages abgeschlossen haben, der lediglich verlängert worden ist. Deshalb erscheint uns zweifelhaft, ob die geltend gemachte Forderung überhaupt besteht. Darüber hinaus ist fraglich, ob es dieses Unternehmen BIZZONE überhaupt gibt. Dies gilt zumindest für die angegebene Anschrift in Deutschland. Aus diesem Grunde sollten Sie nicht vorschnell zahlen. Vielmehr sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden und überprüfen lassen, ob hier überhaupt eine Forderung gegenüber Ihnen besteht.

Über einen ähnlichen Fall haben wir bereits in dem ausführlichen Beitrag „Neue Abzocke am Telefon durch Betrüger – „Hören Sie mich?““ berichtet.

Abo-Fallen sind weit verbreitet

Den Betroffenen fällt das meist er dann auf, wenn unerwartet eine Rechnung eintrifft. Es wird viel Geld gefordert, häufig mehrere hundert Euro. Der Betrag ist in der Regel völlig überteuert. Häufig geht es um Einträge in Gewerbedatenbanken oder Branchenbüchern, von denen man noch nie gehört hat.

Aber auch als Verbraucher kann man auf unterschiedliche Art und Weise Opfer von dubiosen Geschäftsmethoden werden. Meist geht es darum, dass angeblich per Internet oder Telefon ein Abo oder eine Mitgliedschaft vereinbart wurde. Dafür werden plötzlich horrende Monatsbeiträge verlangt.

Wir zeigen auf, welche Methoden angewendet werden und welche juristischen Argumente gegen die Zahlungsforderungen angeführt werden können.

Wir wollen aufklären, welche Tricks und Maschen es gibt. Wir geben Tipps, wie man die Tricks erkennt und wie man sich schützen kann.

Und wenn Sie trotz aller Vorsicht doch Opfer einer Abzocke geworden sind, helfen wir Ihnen dabei, die Angelegenheit professionell zu regeln.

Sie haben Fragen oder möchten wissen, was wir für Sie tun können? Wir helfen Ihnen gerne!

Gerne beraten Sie unsere Rechtsanwälte über Abzock-Tricks und Verteidigungsmöglichkeiten im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätztung – rufen Sie uns an unter 0221 / 9688 8177 96 (Beratung bundesweit).

Nähergehende Informationen zu unserem Leistungsspektrum erhalten Sie unter https://www.wbs-law.de/taetigkeitsgebiete/abofallen/

hab

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Bernd sagt:

    Darf der Angerufene das Gespräch ebenfalls, ohne Rückfrage beim Anrufer, aufzeichnen? Oder muss der Angerufene ebenfalls beim Anrufer das „Ja“ einholen?

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