IT-Recht

Betrugsvorwürfe gegen Lovoo

Den Betreibern des Flirtportals Lovoo wird vorgeworfen mithilfe von Fake-Profilen gezielt Nutzer abgezockt zu haben. Von einem Schaden in Millionenhöhe ist die Rede.Vergangene Woche wurden zahlreiche Firmenräume und Privatwohnungen in Dresden, Berlin und Nürnberg durchsucht, unter anderem wurden Computer und Smartphones von Mitarbeitern beschlagnahmt und Haftbefehl gegen die drei Geschäftsführer erlassen.

 Betrugsvorwürfe gegen Lovoo ©-cirquedesprit-Fotolia

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Während Benjamin Bak und Alexander Friede auch nach der Prüfung durch den Haftrichter aufgrund von Fluchtgefahr in Untersuchungshaft verbleiben, ist der Haftbefehl gegen Björn Bak weiterhin außer Vollzug. Er hatte sich den Behörden nach der Razzia gestellt und wurde unmittelbar wieder frei gelassen.

Lovoo-Was passiert ist

Die Dating-App bietet ihren Nutzern die Möglichkeit interessen- und ortsbezogen neue Menschen kennen zu lernen. Die Basisausführung der App ist kostenlos. Besucht man die Seite eines anderen Nutzers bekommt dieser eine Mitteilung. Um jedoch das detaillierte Profil des anderen zu sehen, muss mit Credits bezahlt werden. Diese können über eine VIP-Mitgliedschaft erworben werden. Mithilfe hunderter Fake-Profile soll Lovoo so überwiegend männliche Nutzer dazu animiert haben, kostenpflichtige Abos abzuschließen.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres sandte ein Whistleblower der Zeitschrift c`t ein Datenpaket mit einem Volumen von mehr als 50 Gigabyte zu. Diese veröffentlichte daraufhin einen Artikel über die mutmaßlichen betrügerischen Aktivitäten von Lovoo. Das Unternehmen bestritt damals die Vorwürfe, es handele sich lediglich um „aus der Luft gegriffene Anschuldigungen“.

Was den Beschuldigten droht

Am vergangenen Freitag, zwei Tage nach der Razzia, sicherte die Firma den Ermittlungsbehörden nun „vollumfängliche Transparenz und Kooperation“ zu.

Die Staatsanwaltschaft ihrerseits machte deutlich, dass das Ziel der Ermittlungen nicht die Abschaltung des Online-Portals, sondern die Verhinderung weiterer krimineller Handlungen zu Lasten der Nutzer sei.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht den zwölf Beschuldigten, das sind neben den drei Geschäftsführern neun weitere Mitarbeiter des Unternehmens, eine Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betruges. § 263 StGB sieht für solche besonders schweren Fälle des Betruges eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.

Die potenziell Geschädigten könnten ferner Schadensersatz geltend machen. (FRB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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