IT-Recht

Betrüger aus Nigeria, Oase für Internetabzocker

Einem festgenommenen Verdächtigen werden heftige Straftaten vorgeworfen. Der Nigerianer (40) soll im großen Stil Unternehmen um horrende Summen erleichtert haben.  Das Geld bewegten seine ahnungslosen Opfer auf vorbereitete Konten.

Betrüger aus Nigeria, Oase für Internetabzocker ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Betrüger aus Nigeria, Oase für Internetabzocker ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Im Zuge einer Email-Betrugskampagne verschafften sich er und seine vierzig Komplizen Zugang zu Firmennetzwerke, in denen sie im Namen von bevollmächtigten Mitarbeitern Rechnungen ausstellten. Es ist immerhin die Rede von umgerechnet 54 Millionen Euro, die die international besetzte Cyberbande ergaunerte, teilte Interpol und die nigerianische Kommission für Wirtschaftskriminalität (EFCC) in einer Erklärung mit. Auch die Geldwäsche soll international organisiert worden sein.

Großer Erfolg für Interpol und Partner

Bei den Ermittlungen suchten Experten des Sicherheitsunternehmens Trend Micro und Fortinet Fortiguard zusammen mit Beamten von Interpol nach Hinweisen. Dabei konnten die Behörden Mike, den Kopf der Bande ausfindig machen. Es kam im Juni zu mehreren Festnahmen.

Interpol warnt vor steigender Cyberkriminalität. Unternehmen müssen sich zunehmend besser gegen Angriffe auf Email- und Netzwerkkonten schützen. Es sollen nach Schätzungen über zehntausend Unternehmen betroffen sein. Das Zwei-Faktor Sicherheitsprotokoll seien unerlässliche Werkzeuge, die zur Sicherheit beitragen können. Es ist anzunehmen, dass mit dementsprechenden Sicherheitsvorkehrungen ein Schaden von fast 800 Millionen US-Dollar viel geringer gewesen wäre, teilte das FBI mit, die über den Zeitraum von Oktober 2013 bis August 2015 den Schaden der Unternehmen durch Cyberkriminille zusammenaddiert haben. Es ist die Rede von weltweit 8000 Opfern.

Schwerer Schaden der Volkswirtschaft

Der Fall Mike könnte das kleinere Übel sein, fürchtet die nigerianische Regierung. Die Menschen wollen zunehmend keine Geschäfte in Nigeria machen, was die sinkende Zahl der Investoren bestätigt. Zwar profitiert Nigeria, Afrikas größte Volkswirtschaft, von der zunehmend größer werdenden, digitalen Infrastruktur, doch ist es ein langer Weg um Oasen des Internetbetruges zu zerschlagen. Jährlich soll das Land nach staatlichen Angaben rund 390 Millionen Euro durch Cyberkriminalität verlieren. Fast ein Prozent des Bruttoinlandproduktes. (AbE)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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