IT-Recht

Online-Spiele: Betreiber dürfen illegal erworbenes Spielguthaben löschen

Wer nicht nachweisen kann, dass er sein Spielguthaben nach den festgesetzten Regeln des Online- Spiels erworben hat, muss damit rechnen, dass sein Guthaben dauerhaft gelöscht wird. Das AG Charlottenburg (01.03.2013, Az. 233 C 564/12) wies die Klage eines Spielers ab, der vom Betreiber des Online-Spiels die Wiederherstellung von zuvor gelöschten Goldguthaben auf seinem Spielkonto verlangte.

Illegal erworbenes Spielguthaben darf gelöscht werden © ferkelraggae-Fotolia

Illegal erworbenes Spielguthaben darf gelöscht werden © ferkelraggae-Fotolia

Gold nur im Wege eines Tausches

Der Betreiber des Online-Spiels bot seinen Kunden über einen Online-Shop an, virtuelle Gegenstände für das Spiel zu erwerben. Diese virtuellen Gegenstände können sodann zwischen den Spielern getauscht werden, beispielsweise gegen Gold, das als primäre Währung das Spiel entscheidend beeinflusst. In den AGB des Betreibers ist festgelegt, dass ein Erwerb von Gold nur im eben dargelegten Tauschgeschäft erfolgen darf.

Goldseller bleiben außen vor

Der Betreiber des Online-Spiels bemerkte zwei große Transaktionen von Goldbeständen auf dem Account des Klägers. Da kein Tauschgeschäft nachvollzogen werden konnte, löschte der Betreiber das Guthaben. Der Verdacht lag nahe, dass der Kläger diese Goldbestände illegal von sogenannten „Goldsellern“ erworben hatte. Diese „Goldseller“ bringen die virtuelle Währung im Tausch gegen echtes Geld in das Spiel. Das Gericht sah diesen Verdacht bestätigt. Tatsächlich erfolgte die Transaktion über Accounts, die typischerweise denen eines „Goldsellers“ entsprechen. Zudem konnte der Kläger nicht die behaupteten zuvor in Vorkasse erfolgten Gegenleistungen nachweisen. Somit verstieß der Kläger gegen die AGB des Betreibers, der den Kauf von Goldbeständen verbietet. Die Wirksamkeit der AGB wurde vom Gericht nicht geprüft, da der Kläger den Inhalt dieser Klausel nicht beanstandet hat.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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