IT-Recht

Ausspionieren von Smartphone mittels Schnüffel-App erlaubt?

Einige App-Anbieter werben damit, dass man mit ihrer Software etwa einem untreuen Partner auf die Schliche kommen kann. Der Einsatz von derartigen Apps zum Ausspionieren Dritter über ihr eigenes Smartphone ist zumindest in juristischer Hinsicht bedenklich. Dies wird an einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts Heilbronn deutlich.

Ausspionieren von Smartphone mittels Schnüffel-App erlaubt? © SIGNTIME - Fotolia

Ausspionieren von Smartphone mittels Schnüffel-App erlaubt? © SIGNTIME – Fotolia

Wegen Einsatzes von Spionage App in Handy verurteilt

Laut einigen Medienberichten hatte ein Mann heimlich eins solche App auf ihrem Smartphone installiert. Er konnte damit nicht nur den Aufenthaltsort seiner Freundin überwachen, sondern hatte auch Zugriff auf ihre Bilder und ihre WhatsApp Nachrichten.

Nachdem das Ganze herausgekommen war und die zuständige Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt hatte soll ihn das Amtsgericht Heilbronn zu einer Jugendstrafe von 30 Arbeitsstunden verurteilt haben.

Ausspionieren übers Smartphone ist kein Kavaliersdelikt

Wer eine derartige Spionage App heimlich zur Handyortung mittels GPS sowie zur Handyüberwachung bei dem Smartphone eines Dritten einsetzt, begeht erst einmal einen schweren Vertrauensbruch. Das gilt insbesondere bei nahestehenden Personen. Darüber hinaus kommt eine Bestrafung zumindest wegen unbefugten Abfangens von Daten nach § 202b StGB in Betracht. Dabei kommt auch die Verhängung einer Freiheitsstrafe bis 2 Jahren in Betracht. Anders ist das nur, wenn der Besitzer des Smartphone damit einverstanden ist. Der Täter kam hier vergleichsweise günstig davon, weil das Gericht ihm strafmildernde Umstände – wie insbesondere die Abgabe eines Geständnisses – zugutehielt. Unter Umständen kommt auch eine strafrechtliche Verfolgung wegen Ausspähens von Daten nach § 202a StGB infrage. Dies setzt voraus, dass der Täter sich unbefugt Zugang zu Daten verschafft, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind. In diesem Fall ist sogar die Verhängung einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich. Am besten schützt man sich vor einer Spionage App durch ein aktuelles Virenschutzprogramm. (HAB)

Sicherlich ist das folgende Video ebenfalls interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×