IT-Recht

Auf Erfolgskurs: WhatsApp soll Sprachfunktion bekommen

Nach WhatsApp-Rekord-Übernahme durch Facebook nun die nächste Neuerung: Firmenchef Jan Koum kündigt auf dem Mobile World Congress (MWC) eine neue Richtung für den Messenger an.

 Auf Erfolgskurs: WhatsApp soll Sprachfunktion bekommen   ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Auf Erfolgskurs: WhatsApp soll Sprachfunktion bekommen ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Nutzer werden über den Dienst bald auch telefonieren können. Ab dem zweiten Quartal 2014 soll dieses Feature zunächst für Android und iOS verfügbar sein, später dann auch für Windows Phone und BlackBerry. In Deutschland soll es ein Mobilfunk-Angebot in Zusammenarbeit mit E-Plus geben.

Jeder Smartphone-Kunde soll WhatsApp nutzen

Genau wie die erfolgreiche Messaging-Funktion soll auch der Telefondienst möglichst schlicht gehalten werden, so dass er zum Beispiel nur „die minimale Menge an Bandbreite“ nutzt, so Koum. „Unsere Mission ist es sicherzustellen, dass Menschen einfach kommunizieren können, egal wo sie sind“, sagte er. Ambitioniertes Ziel des Unternehmens sei dabei, „dass jeder Smartphone-Kunde WhatsApp nutzt“.

Sorge um Datenschutz

Viele Nutzer verabschiedeten sich nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook von dem Dienst. Zu groß ist die Sorge, dass Facebook, die in der Vergangenheit wiederholt negativ durch die Verwendung von Nutzerdaten für Werbezwecke aufgefallen sind, nun auch die Daten von WhatsApp-Nutzern hierfür verwendet. Sorgen um die Nutzerzahlen brauchen sich die Unternehmen jedoch nicht zu machen, da WhatsApp inzwischen 465 Millionen Nutzer pro Monat hat. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg betonte in Barcelona, WhatsApp müsse sich unter Facebook-Dach in den kommenden Jahren keine Gedanken über eine Steigerung der Umsätze machen.

Trotzdem sind die datenschutzrechtlichten Bedenken in Deutschland groß. „Als Firma wollen wir so wenig wie möglich über unsere Nutzer wissen“, beteuerte Koum erneut. Trotz der 19 Milliarden Dollar Übernahme versichert auch Zuckerberg erneut, dass Facebook keine WhatsApp Daten auswerten wird. Dass er dieses Versprechen halten wird halten Viele für unwahrscheinlich, denn Facebook muss den Milliardenkauf durch neue Einnahmen wieder verdienen. Was liegt da näher als die Daten der Nutzer auszuwerten und für Werbezwecke zu verkaufen?

Fazit

Ob Whatsapp etablierten Telefonanbietern tatsächlich Konkurrenz machen wird bleibt abzuwarten, schließlich haben die meisten Nutzer eines Smartphones nicht nur eine Internetflatrate, sondern auch eine Telefonflatrate die bei den meisten Anbietern bereits darin enthalten ist.

Interessant ist die Funktion jedoch, wenn man Anrufe ins Ausland tätigen möchte. Hier könnte Whatsapp den bisherigen Anbietern von Skype oder Viber den Rang ablaufen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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