IT-Recht

Apple plant erweiterte Verschlüsselung auch bei iCloud-Daten

Apple will die bislang nur auf ihren iOS-Geräten eingesetzte Verschlüsselung nun auch auf iCloud-Angebote ausweiten. Dies stellt den nächsten Schritt in einem seit einiger Zeit zwischen Apple und den US-Strafverfolgungsbehörden andauernden Streit dar.

Apple plant erweiterte Verschlüsselung auch bei iCloud-Daten ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

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Der Kampf um den Schutz der Privatsphäre

Jährlich bekommt Apple zahlreiche Anfragen von Strafverfolgungsbehörden, Daten der Nutzer ihrer Produkte herauszugeben. In Fällen, in denen diese Anfragen durch einen richterlichen Beschluss gestärkt werden, hat Apple keine Möglichkeit sie zu ignorieren. Dabei ist das Unternehmen verpflichtet, die Daten bei eigener Zugriffsmöglichkeit herauszugeben bzw. die Behörden bei einem gewaltsamen Zugriff zu unterstützen. Tim Cook, Apples Firmenchef seit 2011, macht sich lautstark für die Rechte der Endverbraucher stark und verweigert nach Möglichkeit die Kooperation mit den Behörden. Dies bringt ihm in kontroversen Fällen, wie der Weigerung die Daten des San Bernardino Attentäters herauszugeben, durchaus auch scharfe Kritik ein.

Verschlüsselung – ein Mittel zum zivilen Ungehorsam

Seit der Aktualisierung des Betriebssystems iOS auf die Version 8.0 hat Apple selbst keine Möglichkeit mehr auf die Daten der betroffenen Geräte zuzugreifen. iOS ist das Apple eigene Betriebssystem mit dem Geräte wie das iPhone oder iPad betrieben werden. Im Konkreten führt das dazu, dass das Unternehmen auch bei Vorliegen eines Gerichtsbeschlusses nicht in der Lage ist, die Daten dieser Geräte an die Behörden herauszugeben. Auch die Unterstützung der Behörden bei gewaltsamen Zugriffen wie beispielsweise bei Anwendung der Brute-Force-Methode gestaltet sich äußerst schwierig. Bei dieser Methode wird durch das Ausprobieren aller möglichen Kombinationen das Passwort eines geschützten Gerätes ermittelt. Gerade diese Form des Zugriffs wird jedoch durch ein komplexes System auf den iOS-Geräten verhindert.

Einen ähnlichen Schutz möchte Apple nun für seine iCloud-Angebote einführen. Wie dies konkret aussehen soll und wann mit der Umsetzung begonnen wird, hat das Unternehmen allerdings noch nicht verraten.

Dies bringt ihm in kontroversen Fällen, wie der Weigerung die Daten des San Bernardino Attentäters herauszugeben, durchaus auch scharfe Kritik ein. Bitte beachten Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag. (LeP)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Julia H sagt:

    Guten Tag,

    dieser Fall ist sehr interessant. Wie jeder weiss, wird unter dem Deckmantel des Terrors die Rechte alle zivilisierten Bürger begrenzt und bewusst eingeschnitten.

    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Apple sich dem Staat ergeben muss.

    Dennoch stellt sich auch die Frage, warum der Staat keine Experten hat, die ein solches System knacken können.

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