IT-Recht

Adblocker-Blockade von Bild.de

Die „Bild“ setzt Nutzern, die Werbung unterdrücken, die Pistole auf die Brust: Entweder man deaktiviert den Adblocker oder muss für Bild.de bezahlen. Somit geht der Medienkonzern Axel Springer nicht nur gerichtlich gegen Adblock Plus vor, sondern will nun auch Nutzer von Werbeblockern von bild.de ausschließen: Sie sollen die Plugins deaktivieren oder ein eigenes Abo abschließen.

Adblocker-Blockade von Bild.de©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Adblocker-Blockade von Bild.de©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Bild.de startet ein Experiment, auf das die Branche mit höchstem Interesse blicken wird. Ab dem heutigen Dienstag verweigern die Berliner Nutzern von AdBlockern alle Inhalte. Wollen die „Werbemuffel“ künftig eine Bild-Story lesen, müssen sie entweder ihren Blocker ausstellen, Bild.de „whitelisten“ oder ein neues, spezielles Abo abschließen. Kostenpunkt: 2,99 Euro pro Monat.

Modell „Bildsmart“

Das kostenpflichtige Abo-Modell heißt „Bildsmart“und garantiert eine „nahezu werbefreie“ Seite, die zudem bis zu 50 Prozent schneller laden soll.

Der Verzicht auf externe Adserver macht es möglich. Die auf den eigenen Servern ausgespielte Werbung möchte der Verlag den zahlenden Kunden aber auch weiterhin anzeigen.

Die Anti-Adblocker-Kampagne ist erst einmal ein Test – allerdings ohne klar definiertes Ende.

Aus dem nichts  kommt der Schritt von Springer nicht. Die Berliner hatten gerade erst eine Klage gegen den Adblocker-Anbieter „Eyeo“ angestrengt und verloren. Gegen den Richterspruch des Kölner Landgerichts legten sie bereits Berufung ein. Tatsächlich hält der Verlag das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern für rechtswidrig. „Dies gilt sowohl für das Unterdrücken von Werbung auf Verlagswebseiten als auch für das Angebot des ‚Whitelisting’, bei dem sich Publisher von der Werbeblockade freikaufen können, ein aus Sicht von Axel Springer erpresserisches Vorgehen“, heißt es in der Mitteilung des Verlages.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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