IT-Recht

Achtung! Missbrauch von Kreditkartendaten mit gefälschten Bahntickets

Betrüger haben eine neue Masche für sich entdeckt: Kreditkartendaten werden im Darknet erworben und zu Geld gemacht, indem sie in gefälschte Bahntickets umgewandelt werden. Diese werden dann wiederum auf dem Schwarzmarkt angeboten. Die Bahn warnt Verbraucher nun vor dieser Betrüger Masche und weist daraufhin, dass es sich dabei nur um vermeintlich günstigere Angebote handelt.

Achtung! Missbrauch von Kreditkartendaten mit gefälschten Bahntickets © electriceye - Fotolia

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Deutsche Bahn – Schaden in Millionenhöhe

Die Deutsche Bahn erleidet jedes Jahr aufs Neue durch Betrüger einen Schaden in mittlerer Millionenhöhe. Die Bahn teilte mit, dass das Unternehmen jährlich bis zu 100.000 Betrugsversuche zähle. Der neueste Schrei: meist kleinere, kriminelle Banden bestellen mit Hilfe von Kreditkartendaten, die sie zuvor im Darknet erwerben, gefälschte Bahntickets und verkaufen diese dann unter einem vermeintlich günstigeren Preis auf dem Schwarzmarkt oder in entsprechenden Mitfahrzentralen an ahnungslose Reisende. Wie die Täter die Tickets an den Mann bekommen, ist relativ einfach. Laut Bundespolizei lassen sich die Kriminellen kreative Geschichten einfallen; so etwa vom Onkel bei der Bahn, der billige Tickets besorgen könne, oder von Restposten aus Firmenkontingenten. Immer verdächtig ist es, wenn ein Ticket nicht so viel kostet, wie draufsteht. Ein Ticket kostet jedoch grundsätzlich immer auch so viel wie draufsteht. Das sollte jeder Reisende beachten.

Justiz greift durch: Erste Verurteilung zu 3 Jahren und 10 Monaten Haft

Nun greift die Justiz hart durch. Am vergangenen Dienstag verurteilte das Landgericht in Hannover einen Angeklagten zu drei Jahren und zehn Monaten Haft. Er habe sich laut Staatsanwaltschaft mit einem Komplizen illegal Kreditkartendaten im Internet verschafft. Damit habe er sich mehr als 500 Fahrkarten erschlichen und diese bei digitalen Portalen für Fahrgemeinschaften weiterverkauft. Der Schaden wird auf ca. 350.000 Euro beziffert. Wer die Tickets kaufen wollte, musste Reisedaten und persönliche Angaben an fingierte E-Mail-Adressen schicken und mit Bargeld per Post bezahlen. Dies erweckte bei vielen Fahrgästen allerdings Misstrauen, weshalb der Hannoveraner später zu anonymen digitalen Zahlungsdiensten wie Paysafecard oder Ukash wechselte.

Deutschlandweites Problem

Die Bundespolizei verweist auf zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle. Deutschlandweit boomt eine derartige Masche seit 2012. So erbeutete ein 26-jähriger Hamburger mit einer Bekannten beinahe 100.000 Euro. Im Südwesten Deutschlands spezialisierten sich mehrere Banden auf die Masche und verursachten einen Schaden von rund 500.000 Euro. In Dresden trieb es ein Informatiker auf die Spitze. Er verkaufte aus einem Internetcafé im Hauptbahnhof innerhalb von drei Jahren 700 gefälschte Tickets direkt vom Drucker weg. Unmittelbar neben dem offiziellen Reisezentrum der Bahn passte der Mann Reisende ab, um ihnen die günstigen Tickets zu verkaufen. Unter diesen sprach sich schnell herum, wo es die billigen Tickets gab.

Reisende also aufgepasst! Schauen Sie genau, was auf Ihrem Ticket steht! (SaR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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