IT-Recht

Zahlungsaufforderung der Debcon GmbH für Saferpayment AG

Uns liegen mehrere Schreiben der Debcon GmbH aus Bottrop vor, in denen hohe Forderungen der Saferpayment AG / Cupido Entertainment AG geltend gemacht werden. Es werden Beträge zwischen 1.262,80 € und 1.682,80 € verlangt. Was Betroffene tun sollten – Wir klären auf:

Hintergrund ist angeblich ein Dienstleistungsvertrag zur Nutzung pornografischer Seiten, wie z.B. „Ueber18 V2“, „Dickeschlampen.com“ oder „Natursekttotal“. Debcon behauptet, es habe ein Gläubigerwechsel/Forderungsübergang stattgefunden. Man habe die ehemalige Forderung der Saferpayment AG durch eine Abtretung von der Firma Ephodos GmbH erworben. Der vermeintliche Dienstleistungsvertrag soll dabei für einen Zeitraum zwischen 2012 und August 2015 bestanden haben.

Vorsicht: Vorausgefülltes Schuldanerkenntnis mit Zahlungsvereinbarung von Debcon – Nicht unterzeichnen!

Die Debcon GmbH, auch bekannt unter „Debcon Debitorenmanagement und Consulting GmbH“ ist uns aus zahlreichen anderen Fällen als Inkassounternehmen bekannt. In diesem Fall wird Debcon jedoch nicht als Inkassounternehmen tätig, sondern behauptet, aus der Abtretung ein eigenes Recht an der ehemaligen Forderung der Saferpayment AG bzw. der Firma Ephodos GmbH erworben zu haben.

Auch wenn das Schreiben mit „wichtige Information“ überschrieben ist, muss es als Mahnung oder Zahlungsaufforderung verstanden werden. Im Anhang befindet sich ein vorausgefülltes Schuldanerkenntnis mit Zahlungsvereinbarung. Vorsicht: Dieses sollte nicht ungeprüft und voreilig unterschrieben und zurückgesandt werden, denn damit geht man eine Zahlungsverpflichtung ein!

Saferpayment AG / Cupido Entertainment AG – Handelt es sich um eine Abofalle? Vieles spricht dafür.

Unsere Mandanten berichten unabhängig voneinander und übereinstimmend, dass Ihnen völlig schleierhaft ist, wie diese angebliche Forderung entstanden sein soll. Aus unserer Sicht spricht viel dafür, dass es sich bei dem angeblichen Angebot der Saferpayment AG oder Cupido Entertainment AG um eine sogenannte „Abofalle“ handelt. Solche äußerlich unverfänglichen Eingabemasken sind fast jedem Internetnutzer schon über den Weg gelaufen: Man wird gebeten, zur Nutzung eines bestimmten Angebotes seine Daten einzugeben. Später erhält man dann – häufig von völlig unbekannten Anbietern – Zahlungsaufforderungen und Mahnungen für die angeblich kostenpflichtige Nutzung bestimmter Angebote. Dass ein Kostenpflichtiger Vertrag geschlossen werden sollte, wird jedoch regelmäßig nicht erwähnt.

Aus unserer Sicht erscheinen das Schreiben und die geltend gemachte Forderung höchst fragwürdig. Zum einen wird überhaupt nicht aufgeschlüsselt, wie die angebliche Forderung sich zusammensetzt. Aus unserer anwaltlichen Erfahrung spricht das nicht gerade dafür, dass eine Forderung seriös begründet ist. Auch aus der beigefügten Abtretungsanzeige wird nicht klar, wer genau die Firma Ephodos GmbH ist und wie diese an die Forderung gekommen sein soll. Und auch wenn in dem Schreiben von der Nutzung einer Zusatzlizenz oder einer Zugangslizenz die Rede ist, wird nicht deutlich, welche Dienstleistung wann genutzt worden sein soll und an welcher Stelle dafür Kosten entstanden sein sollen.

Was ist zu tun? Der wichtigste Rat lautet: Ruhe bewahren!

Betroffenen ist zu raten, auf keinen Fall unbedacht das beigefügte Schuldanerkenntnis mit Zahlungsvereinbarung zu unterschreiben. Man sollte zunächst überprüfen, ob man die Forderung selbst zuordnen kann. Kommt man zum Ergebnis, dass diese unberechtigt ist, sollte die Forderung bestritten werden. Sonst droht auch bei unberechtigten Forderungen ein Schufa-Eintrag.

Wenn auch Sie ein solches Schreiben bekommen haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Gemeinsam können wir die Angelegenheit prüfen und das weitere Vorgehen beraten. Eine Erstberatung ist für Sie kostenfrei. Sie können uns sowohl per Email oder telefonisch kontaktieren. (RaS)

 

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Rechtsanwalt Rafael Struwe arbeitet seit 2013 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

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