Internetrecht

YouTube: Live-Streaming jetzt auch in Deutschland?

Mittlerweile können auch deutsche Nutzer Live-Streaming betreiben und Live-Streams anschauen. Wer das Angebot nutzen will, muss trotzdem auf einige Besonderheiten achten. In der Vergangenheit war Deutschland aufgrund der rechtlichen Situation von der Erlaubnis ausgeschlossen.

YouTube: Live-Streaming jetzt auch in Deutschland? ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

YouTube: Live-Streaming jetzt auch in Deutschland? ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

„YouTube Live-Streams können nicht in Deutschland empfangen werden.“ Das wird man in Zukunft bei YouTube nicht mehr lesen. Denn auch deutsche Nutzer können sich ab sofort Live-Streams über YouTube anschauen.

Kanalbetreiber, die Live-Streaming betreiben wollten mussten sich bis Ende 2013 an einige Richtlinien halten, um die Streaming-Funktion für ihren Kanal nutzen zu können. Es war erforderlich, dass die Kanalbetreiber ein sauberes YouTube Konto vorweisen konnten. Außerdem musste eine Verifikation per Telefon erfolgen und eine ausreichende Anzahl von Abonnenten nachgewiesen werden. Seit 2013 ist die letzte Voraussetzung entfallen, sodass jeder, unabhängig von der Abonnentenzahl, die Vorteile des Live-Streamings nutzen kann.

YouTube: Zunächst kein Vorteil für Nutzer

Den deutschen Nutzern wurde durch diese Änderung nicht sonderlich geholfen. Bisher war es lediglich möglich, die Aufzeichnung eines Live-Streams über den jeweiligen Kanal anzuschauen. Das lag am sogenannten Geoblocking. Dabei handelt es sich um eine Technik, die von Internetanbietern genutzt wird, um bestimmte Inhalte für die Nutzer zu sperren. Diese Sperre wurde nun abgeschafft und Live-Streams können auch von deutschen Nutzern angesehen werden.

Bedingungen für Kanalbetreiber

Hat sich ein Kanalbetreiber telefonisch verifizieren lassen und ein sauberes YouTube-Konto, kann er zumindest in der Theorie Live-Streaming betreiben. Zusätzlich gilt es für Kanalbetreiber aber noch einiges zu beachten. Jeder, der Live-Streaming betreiben will, muss sich an die im Inland geltenden gesetzlichen Regelungen zum Live-Streaming halten. Es muss also darauf geachtet werden, dass weder Urheberrechte, noch Eigentums-, Persönlichkeits- oder Rundfunkrechte verletzt werden. Dazu gehört auch, dass jeder, der ein Live-Programm zeigt, dass sich an mehr als 500 Zuschauer richtet, regelmäßig stattfindet und journalistisch-redaktionell ausgestaltet ist, eine Rundfunkzulassung benötigt. Die Kanalbetreiber können sich darüber bei den Landesmedienanstalten informieren.

Kein direktes Streaming über Webcam

Ein direktes Streaming über Webcam ist nicht möglich. YouTube hat zur Lösung dieses Problems eine Liste mit Streaming-Encodern erstellt. Auch weitere Einstellungen, wie das Einrichten von Live-Chats, wie mit Kommentaren umgegangen werden soll und ob die Zuschauer während des Streams zurückspulen können, sind dann möglich. (ANH)

Sicherlich ist das folgende Video ebenfalls interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×