Internetrecht

WhatsApp – Verwirrung um Kettenbrief nimmt ungeahnte Ausmaße an

Die Irrungen und Wirrungen um die WhatsApp Kettenbriefe nehmen nicht ab. Seit gestern überschlagen sich die Nachrichten mit neuen Theorien um das mysteriöse Kerzenlichtbild, das im Rahmen eines Kettenbriefes durch WhatsApp kursiert. Angeblich sollen nun Hacker hinter der Aktion stecken. Genug Anlass um mit den größten Missverständnissen rund um den WhatsApp Kettenbrief aufzuräumen.

Der Kettenbrief stammt nicht von Hackern

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Kettenbriefe von Hackern durch die Weltgeschichte geschickt wurden, um an die Daten der Nutzer heranzukommen. Das wäre technisch durch die bloße Übernahme des Bildes als Profilbild auch schwer möglich. Das einzige was passieren kann ist, dass Abmahnungen verschickt werden, weil das Bild urheberrechtswidrig genutzt wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich massenhaft Abmahnungen verschickt werden ist jedoch eher als gering einzustufen. WhatsApp Nutzer können für den Urheber nur schwer zurückverfolgt werden. Dieser müsste schon tausende Telefonnummern durchtesten, um die entsprechenden Urheberrechtsverletzungen ausfindig machen zu können. Zudem ist völlig unklar wer der Urheber ist. Fest steht: Wer als Urheber ein Bild in Kettenbriefen zum Weiterverbreiten verschickt, erteilt dadurch eine Lizenz für die Nutzung des Bildes zum beschriebenen Zweck. Hat ein anderer das Bild ohne Einwilligung des Urhebers verschickt, kann dieser die Verletzung seines Urheberrechts geltend machen. Die Frage nach dem Urheber des Kerzenbildes führt uns direkt zum zweiten Missverständnis

Urheberschaft ist noch nicht geklärt

Eine Frau gibt über Facebook vor Urheberin des Kerzenbildes zu sein und erteilt gleichzeitig ein allgemeines Nutzungsrecht für das Bild. Ob diese Frau echt ist oder den Hype, um die Kettenbriefe nur ausgenutzt hat, wissen wir nicht. Die Frau ist scheinbar nicht zu erreichen und zu einer weiteren Stellungnahme zu bewegen. Eine Google Bildersuche ergab leider keine weiteren Hinweise auf die Urheberschaft.

Was WhatsApp Nutzer wissen sollten

Grundsätzlich gilt: Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Wer fremde Bilder ohne Einwilligung des Urhebers nutzt, riskiert eine Abmahnung. Im WhatsApp Fall ist die Abmahngefahr aus den oben genannten Gründen jedoch sehr gering. Der beste Schutz besteht bei sozialen Plattformen und bei WhatsApp immer dann, wenn die Bilder einem möglichst kleinen Kreis zugänglich gemacht werden. Dann ist sogar zweifelhaft, ob überhaupt eine Urheberrechtsverletzung vorliegt.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. susi sorglos sagt:

    also ich finde, das ist eine Riesensauerei

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