Internetrecht

Warnung vor Skype Sex-Falle

Eine internationale Erpresserbande erschleicht über Skype oder andere Video Chats peinliche Sex Videos der Nutzer. Wer nicht bereit ist mehrere hundert Euro zu zahlen, muss damit rechnen, dass das Video von den Erpressern öffentlich gemacht wird.  

Im Videochat zum Ausziehen verführt

Die Täter sind bereits in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz aufgefallen. Sie gehen immer mit der gleichen Masche vor. Das Opfer wird in einem sozialen Netzwerk von einer vermeintlichen Frau angesprochen. Sie flirtet mit ihm und schlägt schnell vor, sich per Video Chat weiter zu unterhalten. Im Chat zeigt sich die junge Frau nackt und in erotischen Posen. Sie verlangt von ihrem Gegenüber das Gleich zu tun. Kommt der Mann der Bitte nach, bekommt er unmittelbar darauf eine Hacker Stimme zu hören, die ihn zur sofortigen Überweisung von mehreren hundert Euro auffordert. Andernfalls, so die Erpresser, werde das Video öffentlich gemacht. Es werde dafür gesorgt, dass Freunde und Familie das Video sehen. Sehr einfach können sie dieses umsetzen, indem sie zum Beispiel das Video über Facebook verbreiten.

Bereits ein Todesopfer

In Großbritannien hat eine solche Erpressung bereits ein Todesopfer gefordert. Der 17-jährige Junge sprang von einer Brücke. Er ertrug den Gedanken nicht, dass das Video seiner Familie gezeigt werden könnte.

Die Täter sind schwer zu fassen

Die Täter verletzen in zweierlei Hinsicht das Recht. Strafrechtlich begehen sie eine Erpressung. Dabei droht den Tätern bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Zudem liegt eine schwere Persönlichkeitsrechtverletzung der Opfer vor, die zu zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen führen kann.

Die Polizei vermutet jedoch, dass die Bande von der afrikanischen Elfenbeinküste aus operiert. Die Täter zu fassen erweist sich dementsprechend als sehr schwierig. Unser Rat: Gehen Sie nicht zu leichtfertig mit ihrer Privatsphäre im Internet um. Das Internet wird, wie eine BKA Sprecherin im Zusammenhang mit diesem Fall sagte, immer mehr auch zum  Tatmittel.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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