Internetrecht

VR-Brille Oculus Rift von Facebooks Tochterfirma weckt Datenschutzbedenken

Die Vorfreude auf die lang ersehnte Virtual-Reality-Brille von Oculus scheint bei vielen Gamern bereits wieder getrübt. Grund dafür sind die Nutzungsbedingungen der VR-Brille: Nahezu alle Daten werden an den Internetgiganten Facebook weitergeleitet, der in jüngster Vergangenheit beim Thema Datenschutz immer wieder in der Kritik stand.

VR-Brille Oculus Rift von Facebooks Tochterfirma weckt Datenschutzbedenken ©-IckeT-Fotolia

VR-Brille Oculus Rift von Facebooks Tochterfirma weckt Datenschutzbedenken ©-IckeT-Fotolia

Unter dem Abschnitt „Verbundene Unternehmen“ wird darauf hingewiesen, dass „unter Umständen“ Informationen über den Nutzer mit anderen Facebook-Tochterfirmen wie Instagram und WhatsApp geteilt werden, „um deren Aktivitäten zu erleichtern, zu unterstützen und zu integrieren und um unsere Dienste zu verbessern“.  Allerdings möchte Oculus die Daten auch zu kommerziellen Zwecken, wie personalisierter Werbung verwenden.

Welche Daten sind betroffen?

Wer die VR-Brille verwenden möchte, muss den Nutzungsbedingungen zustimmen. Wirft man einen näheren Blick auf die Nutzungsbedingungen, scheint die Sorge der Gamer nicht unberechtigt.

Um künftigen Nutzern einen Überblick zu bieten, welcher Daten Oculus habhaft werden möchte, dient folgende Aufzählung:

·        Persönliche Angaben wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum.

·        Transaktionsinformationen wie z. B. Zahlungsinformationen und Kaufaktivitäten.

·        Kommunikationsinformationen mit anderen Nutzern.

·        Nutzungsinformationen/Verwendungsinformationen.

·        Informationen über Spiele, Inhalte oder sonstige auf dem Gerät installierte Apps.

·        Standortinformationen.

·        Informationen über Körperbewegungen und –maße bei Verwendung des Virtual-Reality-Headsets.

Außerdem heißt es: „Wir können außerdem zusätzliche Informationen über dich von Dritten erhalten, beispielsweise Partner, die uns Informationen bereitstellen, die öffentlich oder kommerziell verfügbar sind; diese Informationen können wir mit den anderen über dich gesammelten Informationen kombinieren.“

Erste Reaktion auf die Kritik

Nach dem Aufschrei im Netz meldete sich die Facebook-Tochterfirma zu Wort: „Wir haben bislang keine Werbung und Facebook nutzt keine Oculus-Daten für Anzeigen – dies sind aber Dinge, über die wir in Zukunft nachdenken könnten“. Beruhigend ist dieses Statement allerdings nur für den Moment, da eine künftige Weiterleitung an Facebook und Kommerzialisierung ausdrücklich offengelassen wurde.

Ob sich die harsche Kritik an den Datenschutzbestimmungen langfristig auf den Erfolg des Unternehmens auswirken wird, bleibt abzuwarten. Bislang scheint vor allem der hohe Kaufpreis potentielle Käufer zu hemmen. (SAL)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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