Internetrecht

Vorsicht vor unseriösem Angebot von „Die Besten meiner Stadt“

Die Seite „Die Besten meiner Stadt“ bietet auf ihrer Internetseite (http://diebestenmeinerstadt.de/) Unternehmen „Kostenfreie PR für ihr Haus“. Bei diesem Angebot handelt es sich wahrscheinlich um eine Abofalle.

Gebührenfreier Eintrag

Zunächst wird auf der Internetseite von „Die Besten meiner Stadt“ ein kostenfreier Eintrag angeboten. Dabei kann sich das Unternehmen in verschiedenen Branchen und Unterrubriken eintragen lassen. Unser Mandant hatte dies bereits 2013 vornehmen lassen. Lediglich bei Buchung von „Sonder-bzw. besonderen Leistung, z.B TV-Werbung“ sollten Kosten von monatlich 55€ entstehen. Auch in der Folge wurden regelmäßig weitere kostenfreie Leistungen angeboten.

Vertragsannahme durch PostIdent Special

Im Juli verschickte „Die Besten meiner Stadt“ nun einen weiteren Brief. Die Annahme des Schreibens erfolgte mit Unterschrift als Einschreiben im sog. „PostIdent Special“-Verfahren. Dieses Verfahren wird üblicherweise genutzt, um einen sofortigen Vertragsabschluss zu erreichen. Somit bewirkt bereits die Unterschrift die Annahme des zugrunde liegenden Vertrags.

Der Vertrag auf dem Annahmeschein ist fett gedruckt überschrieben mit „Wie online bereits bestätigt:“. Es folgt im ersten, kurzen Absatz die Information, dass man sich online angemeldet hat um die „gewinnbringenden Vorteile eines modernen Auskunftverzeichnisses zu nutzen“. Im folgenden, umfangreichen Absatz wird zunächst ausführlich aufgelistet, welche Daten bereits online eingestellt wurden.

Neue AGB führen in die Abofalle

Danach folgt der eigentlich interessante Teil: Die Zustimmungen zu den neuen AGB. Auch hier beginnt die folgende Aufzählung mit den kostenfreien Diensten. Mit diesen AGB wurden ab dem 01.08.14 jedoch alle bereits bestehenden Einträge in „feste Laufzeitverträge“ umgewandelt. Dabei wurden zugleich alle Hyperlinks kostenpflichtig. Es handelt sich dabei um ein Abo von 24 Monaten Laufzeit, das sich – sofern nicht fristgerecht gekündigt – um weitere 24 Monate verlängert und monatlich 48€ kosten soll.

Es folgt der letzte Satz: „Mit meiner Unterschrift bestätige ich, die Vertragsänderung sowie die AGB zur Kenntnis genommen zu haben und ich bestätige den Empfang meines gebührenfreien Empfehlungssiegels 2014.“

Dabei wurde ausschließlich der letzte Halbsatz nach dem „und“ fett gedruckt und nochmals als eigener Absatz vom restlichen Text abgegrenzt. Somit wurde bewusst der Eindruck erweckt, dass man mit der Annahme des Schreibens lediglich bereits bekannte Dinge bestätigt sowie – kostenfrei! – auch das besagte „Empfehlungssiegel“ erhalten würde.

Gemeinsamkeiten mit anderen Abofallen

Ein Blick in das Impressum von „Die Besten meiner Stadt“ zeigt schnell einige Parallelen zu bereits bekannten Abofallen. So ist der Geschäftsführer, Roland Herzinger, ebenfalls Direkter bei „Deutschlands Beste Shops“ und Geschäftsführer von „Usersagen“. „Usersagen“ weist sich im Impressum auch noch als „ein Service der Ubag Tech AG“ aus. Auch die „Deutschland Group AG DBS“ und „Online Deluxe“ finden sich an derselben Firmenadresse und sind verschiedentlich mit diesen Angeboten verbunden.

Wer bereits in die Abofalle getappt ist, sollte sich unbedingt dagegen wehren. Wichtig ist, dass Betroffene sich unmittelbar an einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale wendet. Oft gibt es einen Weg, der Abofalle zu entrinnen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (9)

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  1. Axel Kämmerer sagt:

    Guten Tag,

    immer das gleiche Spiel mit den Internet-Betrügern und immer die gleichen Spieler.

    Ich rate vor allem zu einen: Gelassenheit. Allem widersprechen und vorsorglich alles kündigen – gleichzeitig betonen, dass man keinerlei Anspruch anerkennt. Sämtliche Drohbriefe zurückweisen, auch von Inkasso-Unternehmen. Keinen Cent bezahlen, falls es ein Angebot zur gütlichen Einigung gibt. Auch nicht wenn sie am Ende statt mehrer hundert oder tausend Euro nur noch 29,00€ einmalig wollen.

    Wer denen auch nur einen Cent in den Rachen wirft, trägt dazu bei, dass diese betrügerischen Machenschaften weitergeführt werden können. Erst wenn es zu einem Mahnverfahren kommt (und das kommt es in aller Regel nicht, denn das kostet Geld und die Gerichte sind keine Freunde von Abzocker-Unternehmen) einen Anwalt einschalten.

    Dass diese Kollegen nun in der Schweiz sitzen, scheint mit der Erosion des bisherigen Schweizer Geschäftsmodells zusammen zu hängen. Da muss man sich nach etwas Adäquatem umschauen…

  2. Demmel sagt:

    Servus,
    auch ich habe einen Brief von den Besten Unserer Stadt bekommen.
    Hier wird gesagt das ich am 18.07.2014 einen Online Vertrag abgeschlossen habe.
    Ich habe fristgemäß innerhalb 10 Tagen per Brief, Fax und Mail den Vertrag gekündigt.
    Daraufhin habe ich keine Antwort erhalten.
    Heute kam eine Rechnung über 48 € pro Monat.
    Dem habe ich per Fax und Mail widersprochen.

    • Jup sagt:

      Hi Demmel,

      auch ich stecke im Moment in diesem Dilemma.

      Vorsorglich per Einschreiben und Email gekündigt und bekam jetzt diese Mail:
      ——

      „Sehr geehrter Herr Jup (Name verändert),

      Ihre Kündigung ging am 05.01.2015 bei uns ein.

      Hiermit bestätige ich Ihnen unter Berücksichtigung der vereinbarten Kündigungsfristen

      das Vertragsende zum 31.12.2016.

      Um Ihren Umsatz zu steigern, empfehlen wir Ihnen die Inanspruchnahme aller

      von uns zusätzlich angebotenen Werbemaßnahmen, wie z.B. TV-Werbung, PR und

      vieles mehr.

      Für Wünsche und Anregungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sigurd Kramer

      Auftragsmanagement Deutschland

      DIE BESTEN UNSERER STADT ®
      Kernserstr. 17
      6060 Sarnen

      E-Mail: service@diebestenunsererstadt.com
      Web: http://www.diebestenunsererstadt.com
      HR-Nr. CH-300.4017.638-6, Obwalden
      St.-Nr. CHE-491.307.598″
      ——
      Komisch, mein Schreiben ging am 16.12.14 raus aber erst am 5.1.15 bei denen ein…
      Ich werde erst einmal konsequent alle Schreiben wegwerfen und die Sach nicht weiter kommentieren.

  3. Johann Budnis sagt:

    @all

    1. Kündigung impliziert einen Vertragsabschluss, also warum kündigen?

    2. Alles dokumentieren, meist sind die Einträge falsch

    3. Um einen Vertrag bitten, meist erhält man dann ein Screenshot eines Webformulars (wie dieses Kommentarformular), was von denen selbst ausgefüllt wurde und dann andere Fehler beinhält oder von dem eigentlichen Eintrag abweicht.

    4. Post von denen ungeöffnet zurückschicken (Annahme verweigert, Zurück an Absender), denn das kostet für die Extra Geld! Nicht wegwerfen.

    5. Inkasso macht Culpa Inkasso, die sind als unseriöse Abzockerbude bekannt. Man bekommt etwa 3-4 Briefe, jedesmal mit vorgefertigtem Antwortschreiben. Das Schreiben ist schon komplett als Schuldgeständnis ausgefüllt. Ignorieren und wegwerfen.

    6. Wenn Culpa dann anruft, einfach sagen falsche Firma und es ist Ruhe.

    7. Nie auch nur eine Zahlung tätigen, das würde den Vertrag bestätigen.

    Wichtig ist: Verursacht denen ordentlich Kosten, immer die Post zurückschicken.

  4. Limo Sevice sagt:

    Hallo,

    unser Unternehmen wird auch von diesem Anbieter angeschrieben. Erst per Mail jetzt Post. Post lassen wir zurückgehen. Bei letzten Browf war leider der Absender unklar und dein war eine Rechnung.

    Auf der Seite selber finden wir unser Unternehmen nicht.

    Der erste Widerspruch per Fax wurde via Mail beantwortet, dass Fax nicht akzeptiert wird. Dennoch ist man auf den Widerspruch eingegangen und es wurde behauptet am Tax X zur Zeit X der Eintrag per IP erfolgte. Nachweislich war das Büro zu diesem Zeitpunkt geschlossen und wir bei Kunden.

    Auch sind unsere Einträge bei „die besten meiner Stadt“ als auch „die besten unsere Stadt“ nicht zu finden.

    Die Geschäftsleitung hat nunmehr Anzeige wegen Betrug erstattet.
    Des Weiteren wurde die Sky Net AG aufgefordert unverzüglich unserer Daten zu löschen (wo immer sie sich sein mögen).

    Das einzigste was war, dass ein Mitarbeiter, der alle Einträge im Netz kontrolliert, die Firma anschrieb und mitteilte, dass die eingetragenen Daten nicht stimmen.

    Ansonsten wurde unsererseits kein Eintrag vorgenommen.

    Wir werden ersichtliche Post weiterhin nicht annehmen.

    Mal sehen was aus der Anzeige wird.

  5. Peter Wiedekamp sagt:

    Hallo,

    ich wurde ebenfalls von der Firma Online Deluxe Sky Net AG mit Einschreiben/ persönlich/angeschrieben. Mein “ Vertrag“ könnte aufgewertet werden….für 45,00 € im Monat Laufzeit 2 Jahre. Ich habe keinen Vertrag mit denen, meine Domain wird dort allerdings aufgeführt. Wer diese dort eingetragen hat ist mir schleierhaft. Dem habe ich per E.- Mail und Einschreiben / Rückschein widersprochen. Trotzdem treffen nun Rechnung + Mahnung ein. Die Sendungsverfolgung hat ergeben, das der Empfänger verzogen ist! Adresse: Sky Net AG , Kernser Str. 17 CH 6060 Sarnen. Auf dem Briefkopf steht allerdings weiterhin diese Adresse. Was sollte man tun? Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen mit dieser Firma gemacht? Wie ist das ausgegangen? Vielen Dank vorab

    • Frank H sagt:

      Hallo Herr Wiedekamp,

      auch ich habe dieses ominöse Einschreiben bekommen. Trozt Widerspruch per Einschreiben bekam ich eine Rechnung über 45,- Euro. Ich habe nachgeforscht, dass das von mir aufgegebenen Einschreiben vorsätzlich mehrfach niocht angenommen wurde. Erst nach Ablauf der Sonderkündigungsfrist wurde das Einschreiben dann doch angenommen. Einen Tag später bekam ich auch eine Bestätigung der Kündigung, nun aber zum Ablauf 31.03.2018! Ich werde die Rechnungen nicht Zahlen, da ich keinen Vertrag geschlossen habe. Auch Mahnungen werde ich ignorieren. Ich habe Online-Deluße aufgefordert, mir Ihre Forderung per Rechtsanwalt zustellen zu lassen. Sollte dies passieren, erstatte ich Strafanzeige wegen des Verdachts auf Betrug. Ich dneke, hier finden sich weitere Geschädigte, und ich hoffe, auch Anwälte, die diesem Treiben mit entsprechenden Anzeigen ein Ende setzen!

      • Petr W. sagt:

        Hallo Frank H und alle anderen,
        ich bekomme nun abwechselt Rechnungen und Mahnungen, die ich ab jetzt erst einmal ignorieren werden. Vielleicht kann man sich hier mit einigen anderen einen Anwalt zusammen nehmen, und diese Bande verklagen.
        Mit freundlichen Grüßen
        Peter W.

  6. Schatzinsel sagt:

    Ich habe heute auch diesen Brief per Einschreiben erhalten.
    Leider weiß ich auch gar nicht was ich machen soll.
    Per Einschreiben widerrufen kostet ja auch Geld und wofür ?
    Ich habe mit denen keinen Vertrag abgeschlossen.
    Sowas kann doch rechtlich nicht durchgehen.
    Da könnte doch jeder Firmen anschreiben und von denen für irgendwas Geld verlangen.

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