Internetrecht

Verträge bezüglich SEO, SEM und SEA: Dienstverträge oder Werkverträge?

In der heutigen Zeit kann das Betreiben einer Internetpräsenz fast schon als unternehmerische Pflicht verstanden werden. Die Sichtbarkeit im Netz gilt bei Kunden als Ausdruck von Zuverlässigkeit und Seriosität. Auch wenn Unternehmen Produkte nicht direkt über das Internet vertreiben, müssen Unternehmen damit rechnen, dass potentielle Kunden erwarten, dass sich ein Unternehmen digital präsentiert und entsprechende Kontaktmöglichkeiten anbietet.

 Verträge bezüglich SEO, SEM und SEA: Dienstverträge oder Werkverträge? © Benjamin-Duda-Fotolia

Verträge bezüglich SEO, SEM und SEA: Dienstverträge oder Werkverträge? © Benjamin-Duda-Fotolia

Oftmals fällt es aufgrund doch erheblicher Konkurrenz schwer die eigene Sichtbarkeit im Netz zu verbessern. Hierfür engagieren Unternehmen nicht selten spezielle Firmen, die anbieten die Sicht- und Auffindbarkeit im Internet zu erhöhen. Oftmals geht es hierbei speziell darum, dass das eigene Angebot in den einschlägigen Suchmaschinen möglichst weit oben angezeigt wird.

SEO-Vertrag: Gewöhnlich Dienstvertrag

In dem vorliegenden Fall hat das LG Köln einen Sachverhalt entschieden, der sich um die Frage drehte, ob ein SEO Vertrag als Dienstvertrag oder Werkvertrag zu verstehen ist. Ausschlaggebender Unterschied zwischen den beiden Vertragstypen ist, dass einmal nur eine Leistung und einmal ein konkreter Erfolg geschuldet wird.

Das LG Köln hat mit Urteil vom 20.02.2015 (Az. 12 O 186/13) entschieden, dass entsprechende SEO, SEM und SEA Verträge als Dienstverträge zu qualifizieren seien. Schließen Vertragspartner entsprechende Verträge mit dem Ziel die Sichtbarkeit und Relevanz im Internet zu erhöhen, sei davon auszugehen, dass eine entsprechende Tätigkeit geschuldet werde, die planmäßig zu positiven Ergebnissen führen sollte. Regelmäßig sei jedoch kein spezieller Erfolg geschuldet, der sich z. B. in einem bestimmten erreichten Suchmaschinenranking widerspiegeln würde.

SEO-Vertrag kann ausnahmsweise Werkverträge sein

Regelmäßig sind SEO, SEM und SEA Verträge nach herrschender Meinung als Dienstverträge zu behandeln. Anderes kann nur dann gelten, wenn die Vertragsparteien die Vergütung von bestimmten Zielen oder Erfolgen abhängig gemacht haben. Im vorliegenden Fall hat das LG Köln letztlich zur Zahlung der noch offenen Vergütung verurteilt. (NIH)

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×