Internetrecht

USA: Klage gegen Nutzer von Popcorn Time

In den USA gibt es die ersten Klagen gegen Nutzer von Popcorn Time. Die Rechteinhaber des Films „The Cobbler“ klagen in Amerika gegen Benutzer der Software Popcorn Time. Verklagt wurden bisher 11 mutmaßliche Täter vor dem zuständigen Gericht in Oregon. Die Kläger verlangen von den Filesharern die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 150.000 US-Dollar.

 

USA: Klage gegen Nutzer von Popcorn Time©-cirquedesprit-Fotolia

USA: Klage gegen Nutzer von Popcorn Time©-cirquedesprit-Fotolia

Klage wegen Urheberrechtsverletzung des Films „The Cobbler“

Klagen wegen Urheberrechtsverletzung werden in den USA an Nutzer von Bittorrent-Clients gerichtet. Unerheblich ist hierbei, welche Software die mutmaßlichen Täter für das Downloaden und Verbreiten der Daten verwenden. In einem aktuellen Fall aus dem US-Bundesstaat Oregon richtet sich eine Klage jedoch gezielt gegen Nutzer der angeblichen Streaming-Software Popcorn Time. Die Rechteinhaber des Films „The Cobbler“ verlangen eine Auskunft von dem Internet Service Provider Comcast, wonach dieser die Anschlussinhaber zu 11 ermittelten IP-Adressen preisgeben muss. Diese sollen einwandfrei dokumentieren können, dass die Anschlussinhaber den urheberrechtlich geschützten Film über Popcorn Time gestreamt und dabei gleichzeitig auch im Netz verbreitet haben.

Der Nutzer zieht nämlich hier – anders als bei einem gewöhnlichen Streaming-Portal – eine urheberrechtswidrige Datei über Bittorent auf den Rechner. Darüber hinaus stellt er auch seinen Computer für die Verbreitung von illegalen Raubkopie-Dateien zur Verfügung. In Wirklichkeit handelt es sich also auch nach deutschem Recht um eine Urheberrechtsverletzung durch Filesharing.

Nutzung von ist Popcorn Time ist illegal

Die Kläger argumentieren damit, dass die mutmaßlichen Täter hätten wissen müssen, dass die Benutzung von Popcorn Time illegal ist. Denn die Webseiten warnen an mehreren Stellen, dass die Benutzung in einigen Ländern illegal sein kann. Die Urheber verlangen daher von den Streamern laut Klage die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 150.000 US-Dollar.

Aussicht:

Gespannt wartet man nun, ob tatsächlich die hohen Forderungen durchgesetzt werden oder ob nicht vielmehr – wie so oft üblich in den USA – die Klage gegen Zahlung eines Vergleichsbetrages fallen gelassen wird. (JAZ)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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