Computerstrafrecht

Studie: Schäden über 100 Mrd. US-Dollar durch Internetkriminalität

Die Symantec-Tochter Norton hat ihren Jahresbericht zu Cybercrime (PDF) herausgegeben. Diesem zufolge belaufen sich die jährlichen Schäden durch Internetkriminalität auf insgesamt über 388 Mrd. US-Dollar, womit Cybercrime einen größeren Markt als der weltweite Schwarzmarkt für Marihuana, Kokain und Heroin zusammen darstellt. 114 Mrd. US-Dollar sind dabei der tatsächlich entstandene, direkte Schaden durch beispielsweise gestohlene Geldbeträge oder Kosten, die zur Klärung von Cyberangriffen aufgewendet wurden. Stolze 247 Mrd. US-Dollar sind durch den für Unternehmen und Privatpersonen entstandenen Zeitaufwand verloren gegangen.

431 Mio. Erwachsene Opfer von Kriminellen im Internet

Eine weitere erschreckende Zahl des Berichts lässt die Dimension dieser Kriminalität erahnen. Danach sind 431 Mio. Erwachsene Opfer von Kriminellen im Internet geworden, was nichts anderes bedeutet, als dass jede Sekunde 14 Menschen betroffen sind und somit knapp 1 Mio. Menschen täglich. Die Studie zeigt auf, dass professionelle Internetnutzer sowie junge männliche Erwachsene die am meisten gefährdeten sind. Die Chance, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, beläuft sich auf 1 zu 10,7 Mio., während die Gefahr, Opfer einer Cyberstraftat zu werden, 1 zu 2,27 beträgt. 80% der Nutzer, die Pornoseiten besuchten, wurden bereits Opfer, ebenso 77% derjenigen, die  offene kostenfreie W-Lan-Hotspots nutzten. Zugenommen haben erwartungsgemäß Verbrechen über Social Networks sowie über Mobilgeräte. Zumindest eines von beiden betraf 21% der Internet-Nutzer.

Gleichgültigkeit der Netznutzer-41% der weltweiten Internetnutzer haben keine aktuelle Sicherheitssoftware

Ursache des Ganzen scheint oftmals Gleichgültigkeit der Internutzer zu sein. So belegen die aktuellen Zahlen, dass zur Zeit 41% der weltweiten Internetnutzer keine aktuelle Sicherheitssoftware auf dem Rechner installiert haben. Joseph LaBrie, Dozent für Psychologie an der Merymount University, dazu: „Diese Ergebnisse verdeutlichen den Widerspruch zwischen dem, was Nutzer für wichtig halten, und dem, was sie tatsächlich tun, um sich vor Angriffen aus dem Internet zu schützen. Da viele Nutzer das Internet für zu kompliziert halten und die Gefahren unbekannt oder nicht klar definiert sind, macht sich häufig eine „erlernte Hilflosigkeit“ breit, die dazu führt, dass sie Internetbetrug ganz einfach als Preis für die Online-Nutzung akzeptieren“.

Hochburgen der Internetkriminalität: Korrelation „realer“ und „virtueller“ Verbrechensstatistik

Interessant ist auch, dass Länder wie Südafrika oder Brasilien, in denen mehr „reale“ Verbrechen begangen werden als in den meisten anderen Ländern, sich ebenso eindeutig zu Hochburgen der Internetkriminalität entwickelt haben. Geographie und Sprache sind dabei kein Hindernis, da mittlerweile Stützpunkte in den unterschiedlichsten Ländern vorhanden sind, so dass man sich auch hierzulande nicht allzu sicher vor Angriffen aus weit entfernt scheinenden Ländern fühlen sollte.

Wichtigkeit aktueller Virensoftware und vor allem einfache Verhaltensregeln

Dieser Gefahr kann man jedoch nach wie vor recht einfach, zwar nicht umfassend, jedoch weitestgehend, durch die Installation einer professionellen Antiviren-Software vorbeugen und entgegenwirken. Um sicherer im Internet zu surfen, ist auch ein bewussterer Umgang mit dem Medium von Nöten. Sich von manchen obskur erscheinenden Seiten fern zu halten, ist manchmal nicht nur im Nachhinein die bessere Variante.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. jonas t sagt:

    weiterer einfacher trick. wer nur surft und ein bisschen officezeugs macht, sollte sich linux installieren, am besten ubuntu.

    da braucht man auch praktisch keinen virenschutz.

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