Internetrecht

Studie: Datenschutzmängel bei SmartTVs

Mit dem TV ins Internet gehen, Lieblingssendung auf Knopfdruck: SmartTVs ermöglichen dem Zuschauer fast jeden Wunsch. Doch zugleich können die Geräte ein genaues Nutzerprofil an die Sendeanstalten liefern – und zwar ohne das Wissen des Konsumenten, so das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität Darmstadt.

Dank Hybrid Broadcast Broadband TV können Informationen zum laufenden Programm oder weitere Folgen einer Sendereihe aus der Mediathek zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird meist ein Hinweis eingeblendet, dass weitere Informationen vorhanden sind, die man via Fernbedienung abrufen kann. Allerdings erklärt Informatiker Marco Ghiglieri: „Was die Nutzer nicht wissen können ist, dass der Fernseher bereits bei der Senderwahl mit dem Server der Sendeanstalt kommuniziert. Von vielen Sendern empfängt er mehrmals pro Minute Inhalte, überträgt aber auch Nutzungsdaten, ohne dass der Zuschauer HbbTV aktiv durch Drücken des Red Buttons nutzt.“

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Detaillierte Nutzeranalysen möglich

Datenschutzrechtlich seien diese gewonnen Informationen bedenklich, vor allem da einige Sender die Daten auch Drittanbietern wie Google Analytics zur Verfügung stellen würden, die wiederum detaillierte Nutzeranalysen erstellen, so die Meldung der TU Darmstadt weiter. Diese können dann u. a. für personalisierte Werbung genutzt werden.

Um sich vor einer Nutzeranalyse zu schützen bleibe dem Zuschauer momentan nur die Möglichkeit, die Option der Datendienste abzuschalten – wodurch er jedoch auch die neuen Funktionen verliere, so die Meldung weiter.

Datenschutzstandard gefordert

Man sei allerdings bereits mit den Sendern im Gespräch und fordere sie auf, sich mit den Geräteherstellern auf einen technischen Datenschutzstandard zu einigen, so die Meldung weiter. So solle erst nach Aktivierung der HbbTV-Funktion durch den Nutzer eine Datenübertragung möglich sein, so die Forderung der Forscher. Zudem müsse die Datenübertragung vor externen Zugriffen geschützt werden, so die Meldung weiter.

Es sei wichtig, sich auf einen Datenschutzstandard zu einigen, da ansonsten auch kritischere Daten, wie z. B. die Nutzung von Bezahldienste, der integrierte WebCam oder auch private Bilder übermittelt werden könnten, so die Meldung der TU Darmstadt weiter.

Die Studie der TU Darmstadt finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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