Internetrecht

Stiftung Warentest bemängelt De-Mail und E-Postbrief

Die Internetpost ist zu langsam, zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest. Nicht der einzige Mangel.

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De-Mail und E-Postbrief sollen Briefe im Internet verbindlich und rechtssicher machen. Doch die drei verfügbaren Anbieter haben nach wie vor mit Kinderkrankheiten zu kämpfen, kritisiert die Stiftung Warentest. Die Warentester hatten die Angebote der bisher drei verfügbaren Anbieter Telekom, Francotyp-Postalia und Deutsche Post unter die Lupe genommen.

 

Die Stiftung Warentest bemängelte eine langwierige Anmeldung und umständliche Bedienung. Schon für einfache Schritte seien oft unnötig viele Klicks nötig. Francotyp-Postalia und Telekom verweisen allerdings auf die engen Vorgaben des Gesetzgebers: Was die Sicherheit des Nutzers verbessere, könne auch als hinderlich empfunden werden. Dass die Anwendung so langsam läuft, begründet Francotyp-Postalia ebenfalls mit den Vorschriften: So müssten zum Beispiel alle De-Mails verschlüsselt gespeichert und bei jedem Zugriff neu entschlüsselt werden. Zudem seien die einzelnen Angebote nur eingeschränkt untereinander kompatibel. Der E-Postbrief war angetreten, eine rechtssichere Alternative zum klassischen Postbrief auf Papier zu werden. Ein wichtiges Kriterium hierzu erfüllt er aber nicht: Der Einsatz qualifizierter, elektronischer Signaturen wird nicht unterstützt. Dokumente, die die Schriftform zwingend vorschreiben, können durch ihn also nicht ersetzt werden.

Die Post will in Zukunft zusätzlich einen eigenen De-Mail-Service anbieten, der dieses Manko ausgleicht. Der Dienst der Post werde den E-Postbrief nicht ersetzen, sagte ein Sprecher. Stattdessen sollen beide Systeme parallel existieren.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. „Der Einsatz qualifizierter, elektronischer Signaturen wird nicht unterstützt. Dokumente, die die Schriftform zwingend vorschreiben, können durch ihn also nicht ersetzt werden.

    Die Post will in Zukunft zusätzlich einen eigenen De-Mail-Service anbieten, der dieses Manko ausgleicht. “

    Meines Wissens nach muss man sich bei De-Mail auch um die qeS selbst kümmern, er behebt dieses Manko deshalb genauso wenig wie die E-Post? Bei der E-Post kann man die qeS auch selbst an der verschickten Datei anbringen. Insofern sind zu diesem Punkt beide Dienste identisch zu bewerten?

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