Internetrecht

Standortspeicherung: Facebook verfährt sich

Nachdem eine Facebook – Nutzerin  in den USA sich polizeilich überwacht fühlte, da sich anscheinend aus verschiedenen Orten landesweit in ihren Account eingeloggt wurde und sie sich damit an die Presse wandte, stellte sich heraus, dass Facebook die Standorte seiner Nutzer speichert, diese aber dabei nicht auf Richtigkeit überprüft.

Facebook führt Standortspeicherung durch ohne Überprüfung

Bildnachweis: Facebook Like Button / FindYourSearch / CC BY 2.0 /Some rights reserved

 

Grundsätzlich dient die Standortspeicherung dem sogenannten Geo-Marketing. Hier soll dem Nutzer lokale Werbung angezeigt werden, mit der Facebook sein Geld verdient.

 

Auf Nachfrage, wie es nun zu solchen falschen Standortspeicherungen kommen kann, gab Facebook an, dass sie „Informationen von Mobilfunkbetreibern und den Endgeräten der Mitglieder nutzen.  Sind die Nutzer jedoch schwierig zu orten, würden beliebige Standorte festgelegt.“ Mit diesem Statement gibt Facebook offiziell nun zu, dass die Standortdaten gespeichert werden.

 

Solch falsche Angaben können allerdings in der realen Welt für große Probleme sorgen. Gerade im Hinblick auf Aufklärung von Straftaten. Denn Facebook ist verpflichtet, bei Ermittlungsmaßnahmen sämtliche Daten zu Verfügung zu stellen, eben auch die falschen Standortdaten. Damit besteht die Gefahr, dass unschuldige Personen plötzlich einer Straftat beschuldigt waren, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht am Ort des Geschehens waren. Außerdem besteht zusätzlich die Sorge, dass Sicherheitsbehörden Facebook als Hilfsmittel verwenden, um nach bestimmten Verhaltensmustern zu fahnden.  Dies würde jedoch sämtliche rechtliche Grenzen sprengen.

 

Trotz solcher Bedenken, geht man momentan aber davon aus, dass Standortfeststellungen primär für Werbemaßnahmen genutzt werden.

Und während  die Nutzer nur Werbung aus einem 600 km-entfernten Ort bekommen, sollte sich Facebook die Zeit nehmen ihr Standortfeststellungsystem zu verbessern, damit die oben genannten Befürchtungen nicht zur Wirklichkeit werden.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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