Internetrecht

Sexuelle Nachrichten an Schülerin – Lehrer bekommt Unterrichtsverbot

Mit Urteil vom 01.07.2013 (Az.: 1 L 251/13) erkannte das Verwaltungsgericht Aachen, das sofortige Unterrichtsverbot und die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis eines Lehrers wegen eindeutig sexueller Nachrichten an einer Schülerin auf einem sozialen Netzwerk für verhältnismäßig.

Bei sexuellen Nachrichten an Schüler kann einem Lehrer Unterrichtsverbot drohen © ferkelraggae-Fotolia

Bei sexuellen Nachrichten an Schüler kann einem Lehrer Unterrichtsverbot drohen © ferkelraggae-Fotolia

Lehrer bekundet sexuelles Interesse übers Internet

Der 40jährige Lehrer schrieb einer 16jährigen Schülerin über ein soziales Netwerk mehrer Nachrichten, mit denen er seiner Schülerin eindeutig ein sexuelles Interesse zu verstehen gab. Der Kontakt zwischen dem Lehrer und der Schülerin erfolgte über mehrere Monate und endete in einem Angebot mit der Schülern sexuell zu verkehren.

Lehrer bekommt Unterrichtsverbot

Als der Schülerin die sexuellen Annährungen ihres Lehrers zuviel wurden, informierte sie die Schulleitung über dessen Treiben. Die zuständige Behörde erteilte daraufhin ein sofortiges Unterrichtsverbot und kündigte dem Lehrer die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis an.

Klage des Lehrers abgewiesen

Dagegen wendete sich der Lehrer mit seiner Klage vor dem Verwaltungsgericht. Er vertrat die Ansicht, dass er zwar einen Fehler begangen habe, es aber nie zu einer sexuellen Handlung mit der Schülerin kam. Das Unterrichtsverbot und die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis seien daher unverhältnismäßig und somit rechtswidrig gewesen. Eine Versetzung in eine andere Schule sei als Sanktion seines Verhaltens ausreichend und angemessen gewesen.

Dem hat das Verwaltungsgericht widersprochen und das Unterrichtsverbot der Behörde bestätigt. Nach Ansicht des Gerichts reiche bereits eine verbale sexuelle Annäherung des Lehrers zu seiner Schülerin um dem Lehrer das weitere Unterrichten zu verbieten.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.