Internetrecht

Schockfotos auf Zigarettenpackungen bald auch in Deutschland

Kürzlich verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das Hersteller von Zigaretten dazu verpflichtet auf ihren Verpackungen zwei Drittel für sogenannte Schockbilder frei zu halten. Ab Mai werden daher verklebte Lungen und ähnlich abschreckende Bilder großformatig auf den Schachteln zu finden sein.

 

 Schockfotos auf Zigarettenpackungen bald auch in Deutschland ©-cirquedesprit-Fotolia

Schockfotos auf Zigarettenpackungen bald auch in Deutschland ©-cirquedesprit-Fotolia

Was ist neu

Das vom Bundestag verabschiedete Gesetz enthält einige Neuerungen, die die Verpackung und den Verkauf der Zigarette betreffen. Ab Mai wird sich das Erscheinungsbild der Zigarettenschachteln erheblich verändert. Dann müssen die Zigarettenhersteller großformatige Schockbilder auf ihren Verpackungen anbringen. Aus anderen Ländern weiß man, dass diese Art der Abschreckung die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass mit dem Rauchen aufgehört oder erst gar nicht begonnen wird. Eine kanadische Studie belegt, dass Menschen sich eher mit Warnungen auseinandersetzen, wenn mit Bildern darauf hingewiesen wird.

Außerdem werden die Hersteller verpflichtet, aufklärende Texte auf der Verpackung abzudrucken. Schon produzierte Schachteln genießen hingegen Sonderregeln. Diese dürfen mit dem alten Layout noch ein weiteres Jahr verkauft werden.

Gleichzeitig regelt das Gesetz das Verbot, Zigaretten mit Aromen zu verkaufen, die den Tabakgeschmack überdecken. Von diesem Verbot ausgenommen sind nur die Menthol Zigaretten. Sie dürfen noch bis 2020 verkauft werden.

Der Grund für die Gesetzesänderung ist zum einen, dass Nichtraucher mit diesen schockierenden Bildern davon abgehalten werden sollen, zur Zigarette zu greifen. Zum anderen ist der Gesetzgeber durch einen EU- Beschluss verpflichtet, die Tabakrichtlinie der EU bis zum 20. Mai in deutsches Recht umzuwandeln.

Grüne und Linke setzen sich nicht durch

Die Linkspartei und die Grüne halten diese Regelungen allerdings für nicht weit genug. Sie möchten ein komplettes Werbeverbot durchsetzen. Dieses soll für alle Tabakprodukte gelten, unabhängig davon, ob die Werbung in Kinos oder auf Plakaten, oder sogar durch kostenlose Abgabe von Produkten erfolgt. Über dieses vollumfängliche Webeverbot will die Bundesregierung jedoch erst später entscheiden.

Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) sowie der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) kritisiert die Reform dahingehend, dass sie den Verlust vieler Arbeitsplätzen zur Folge hat. Zwar muss der Bundesrat der Neuregelung noch zustimmen, allerdings gilt diese Zustimmung als eher wahrscheinlich. Daher müssen sich die Hersteller nun im Eilverfahren auf die neuen Regelungen einstellen. (BeB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. Joachim sagt:

    So eine Antirauchergesetzgebung hat noch nie funktioniert.
    Egal was man auf Verpackungen druckt, es spielt keine Rolle. Wer sich an die Schrift oder den Bildern stört, der kauft eben die Zigaretten und steckt sie in eine gesonderte Hülle. oder legt die Zigaretten in eine andere Verpackung.

    Abschreckung funktioniert nur mit einer Schockreaktion. Leider gewöhnen sich die Leute irgendwann an die Bilder genauso wie an die Sätze, die Heute auf den Zigarettenverpackungen zu finden sind.

    In der Schule werden die Menschen schon über die Schädlichkeit von Rauen aufgeklärt und nach der Schulstunden, wird trotzdem wieder die Zigarette auf dem Pausenhof oder im Lehrerzimmer angemacht.

    Im Krankenhaus sterben täglich Menschen an den Folgen des Rauchens und die Krankenschwestern rauchen trotzdem munter weiter.

    Es ist also völlig nutzlos, Menschen über die Folge ihres Tuns aufklären zu wollen. Sie entscheiden selber darüber.
    Genauso wie mit dem Alkoholkonsum sowie Drogen und gar Kaffee. Wenn man Menschen so einfach aufklären könnte und es Wirkung zeigen würde, so gäbe es Heute nur noch gesunde und vernünftige Menschen.
    Das fängt schon mit der Ernährung und der Fitness an ect.
    Wer den ganzen Tag nur Fastfood und Süßigkeiten in sich hineinstopft und sich nicht bewegt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er später Probleme durch Übergewicht bekommt.

    Das wissen die Leute schon selber, nur ist es ihnen eben egal, weil sie eben den Konsumglück ihrer späteren Gesundheit vorziehen.
    Um wirklich etwas zu verändern muss man die Ursachen des Drogenkonsums ergründen und die liegen weit tiefer in der Gesellschaft verankert, als ein paar Nachrichten auf Verpackungen zu drucken.
    Aber was würde passieren, würden die Leute plötzlich aufhören diese Dinge zu konsumieren ?
    Der Staat würde komplett zusammenbrechen, weil die Steuergelder wegbrechen würden. Tabaksteuer usw.

    Also ist es eigentlich gewollt, das die Leute rauchen, nur sollen sie eben zusätzlich ein schlechtes Gewissen bekommen, um die Spätfolgen durch durch Sport und Ernährungsumstellung heraus zu zögern. Sie sollen praktisch nicht zu früh an den Folgen des Rauchens sterben und möglichst noch bis zur Rentenzeit überleben und arbeiten können.

    Wenn es den Politikern wirklich um die Gesundheit der Menschen ginge, so würden sie deutlich aktiver gegen die Industrie solcher schädlichen Konsumgüter vorgehen.

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×