Internetrecht

Newsweek bald nur noch in digitaler Ausgabe

Schiere wirtschaftliche Not einer einzelnen Zeitschrift oder Vorbote einer ausschließlich digitalen Zeit für Nachrichtenmagazine und Zeitungen? Nach 80 Jahren hat das legendäre Nachrichtenmagazin Newsweek angekündigt, mit dem Ende des Jahres 2012 seine Druckausgabe einzustellen und künftig nur noch in digitaler Form zu erscheinen.

Die rein digitale Version wird den Namen Newsweek Global tragen, ab Anfang 2013 erscheinen und ein Bezahlabonnement erfordern.

Herausgeberin: Kritischer Punkt erreicht

Die ebenfalls ausschließlich online erscheinende Zeitung Huffington Post zitierte die Herausgeberin der Newsweek, Tina Brown, wie folgt: „Wir haben einen kritischen Punkt erreicht,  an dem wir unsere Leser effizienter und effektiver in einem rein digitalen Format erreichen können. Das war vor nur zwei Jahren noch nicht der Fall. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken”.

Auf „Beast TV“ (auf der Webseite The Daily Beast, 2010 mit Newsweek fusioniert) gab sich die Herausgeberin kämpferisch: „Wir müssen diese Zukunft willkommen heißen, es ging in der Frage der Druckausgabe nur noch um das „Wann“… darum haben wir uns entschlossen, selbst die Antwort auf diese Frage zu geben.“

CEO: Zeitschrift durch Druckformat in inhaltlicher Arbeit behindert

Der CEO der Newsweek/Daily Beast, Baba Shetty, nannte, laut Huffington Post die Entscheidung “befreiend”. Sie erklärte, so die Huffington Post, dass das Druckformat in seiner Form und Wirtschaftlichkeit die inhaltliche Arbeit der Zeitschrift behindert habe. Die Kosten für Druck und Vertrieb seinen immens.

Times als letztes großes wöchentliches Nachrichtenmagazin im traditionellen Format überlebend

Was die Entscheidung der Newsweek für die anderen Nachrichtenmagazine weltweit bedeutet, bleibt abzuwarten. In den USA jedenfalls ist das Nachrichtenmagazin Time das letzte der (einstmals) großen drei Nachrichtenmagazine Time, Newsweek und U.S. News Weekly, das im traditionellen (Druck-)Format überlebt hat.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (2)

Kommentar schreiben

  1. Tim sagt:

    Das war ja schon vor geraumer Zeit absehbar und leider bei fast allen Magazinen ein Trend.

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.