Internetrecht

Neue Abofalle für Handybesitzer: Werbeanzeigen auf Kostenfalle von bemydate.mobi

Als Handybesitzer sollten Sie beim Aufrufen von Werbeanzeigen im Internet lieber vorsichtig sein. Das gilt vor allem, wenn Sie auf die Webseite „bemydate.mobi“ gelenkt werden – und an einem sogenannten „Lovetest“ teilnehmen sollen. Hier sollten Sie vor allem Ihre Handynummer nicht preisgeben.

 

Zunächst erscheint beim Besuch z.B. des Portals Mygulli.com eine große Werbeeinblendung mit dem folgenden Text: „Nur 5% der Bevölkerung können die hohle Seite sehen. Können Sie sie sehen?“ Dann gibt es zwei Felder zum Ankreuzen mit „Ja!“ oder Nein. Wenn man auf diese Werbefläche klickt, öffnet sich eine Webseite der bemydate.mobi. Auf dieser wird man zu der Teilnahme an einem „Lovetest“ durch den „Date-Doctor“ bzw. „Dr. Love“ aufgefordert. Von Kosten ist keine Rede.

 

Wer sich dann auf den Lovetest einlässt, dem werden zunächst 7 gewöhnlich erscheinende Fragen gestellt. Beispielsweise wird nach dem Geschlecht gefragt, wie der eigene Name lautet, was einem in einer Beziehung wichtig ist und was man für eine Lieblingsfarbe hat.

 

Nach Beantwortung der Fragen wird Folgendes – ebenfalls mit auffälliger Schrift – mitgeteilt: „Du erhältst gleich Deinen Zugangs-PIN für Dein Ergebnis auf Dein Handy.“…“Gib hier deine Handynummer ein“. Unterhalb des Eingabefeldes befindet sich ein auffälliger roter Button mit der Beschriftung „AUSWERTUNG STARTEN“.

 

Wer dem nachkommt, der erlebt einige Zeit später eine Überraschung. Ihm wird ohne vorhergehende Mitteilung über seinen Mobilfunkanbieter der Betrag für ein angeblich abgeschlossenes kostenpflichtiges „Flirtpacket-abo“ in Höhe von 4,99 Euro pro Woche = 19,96 € im Monat in Rechnung gestellt.

 

Wichtig ist vor allem, dass Sie umgehend die Rechnung gegenüber Ihrem Mobilfunkanbieter beanstanden und gegenüber dem auf der Rechnung angegebenen Drittanbieter schriftlich der geltend gemachten Forderung widersprechen (am besten per Einschreiben). Am besten wenden Sie sich hierzu an eine Verbraucherzentrale oder an eine kompetente Kanzlei. Natürlich sollten Sie auch regelmäßig Ihre Mobilfunkrechnung kontrollieren.

 

Nach unserer Ansicht ist hier zweifelhaft, ob wirklich  eine Zahlungspflicht seitens des Verbrauchers besteht. Denn hierzu müssen Sie einen wirksamen Abo-Vertrag abgeschlossen haben. Das setzt voraus, dass Sie vor der Betätigung des Buttons hinreichend auf die Kostenpflicht hingewiesen worden sind. Dies ergibt sich hier nicht nur aus der Vorschrift des § 305 Abs. 2 BGB, sondern auch aus § 2 Nr. 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Datedictes GmbH.

 

Darin heißt es: „Vor der Nutzung kostenpflichtiger Leistungen wird der Nutzer auf die Kostenpflicht, die genauen Kosten, den Umfang der Leistungen und die Zahlungsart sowie Zahlungsmodalitäten hingewiesen. Datedicted (Anmerkung: Seit 2012 nicht mehr Drittanbieter) behält sich vor, bisher kostenlose Leistungen für die Zukunft auf kostenpflichtige Leistungen umzustellen. Die Kosten können für einzelne Nutzungen oder als Abo anfallen. Der Zeitraum eines Abos wird dem Nutzer vor Nutzung der kostenpflichtigen Leistungen mitgeteilt und im Rahmen des Vertragsschlusses vereinbart. Die Laufzeit des Abos verlängert sich automatisch um den entsprechenden Zeitraum, wenn das Abo nicht innerhalb der Kündigungsfrist gekündigt wird. Die Kündigungsfrist wird dem Nutzer ebenfalls vor Nutzung der kostenpflichtigen Leistungen mitgeteilt und im Rahmen des Vertragsschlusses vereinbart.“

 

In unseren Augen reicht es nicht aus, dass erst nach Beantwortung der letzten Frage zwei geschickt platzierte Kostenhinweise erfolgen. Diese sind so gestaltet, dass sie zumindest einem gewöhnlichen Verbraucher nicht auffallen.

 

Ganz links unter „Informationen“ stand vorher unter einem Bild des Date-Doctors kleingedruckt der belanglose Text: „Dr. Love ist zu Diensten! Plagt dich Liebeskummer? Bist du einsam? Hol dir meine Dr-Love – Liebesinjektion und dir gehts schnell Besser!“

 

Jetzt steht dort unter „Vertragsinformationen“: „Mit Klick auf ?Starten? startest Du den Bestellprozess für 4,99 Eur/Wo* für das Flirtpacket-abo“

 

Wer jetzt die Seite ganz nach unten scrollt, der findet den folgenden kleingedruckten Text vor:

 

„*Angebot: Mit dem bemydate Flirtpaket für nur 4,99 EUR/Woche (Abo ohne Mindestlaufzeit) erhältst du Zugang zu allen Funktionen. 

 

 

Um zukünftig derartige Abbuchungen zu vermeiden, können Sie über Ihren Mobilfunkanbieter eine Drittanbieter-Dienste Sperre verhängen lassen. Insbesondere bei Werbeeinblendungen sollten Sie vorsichtig sein. Sie führen häufig zu dubiosen Angeboten in Form von Abo-Fallen. Natürlich sollten Sie auch mit der Preisgabe von persönlichen Daten vorsichtig sein.

 

Zuweilen reicht bereits das Anklicken einer Werbefläche aus, um eine teure Rechnung zu bekommen. Hier müssen vor allem Handybesitzer aufpassen, die kostenlose Apps auf ihr iPhone oder Smartphone herunterladen. Hierüber haben wir kürzlich berichtet.

 

 

Quellen:

 

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (10)

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  1. Julia sagt:

    Hallo, ich bin in so eine dumme Falle getreten…..Jetzt habe ich die Frage ob man eigentlich das Geld zurückbekommen kann! Weil das schon über paar Monate läuft, davor hab ichs net gemerkt!!!

  2. Joshua Heindl sagt:

    Meine Schwester ist in dieses Problem verwickelt, ist sich jedoch sicher sich gar nich angemeldet zu haben.
    Und selbst wenn, was könnte man tun?
    Ist es denn wirklich legal was die tun?

  3. Zimmermann sagt:

    Hallo, mittlerer Weile wird einem ein iPod Gewinn offeriert. Klickt man diese Gewinnseite an, soll mann -zwecks Gewinnmitteilung- die Handynummer hinterlassen.
    Dann kommt die Meldung: …sie sind erfolgreich angemeldet…“ und man hat ein Abo.

  4. anne sagt:

    Hallo meine schwester hatte mein handy und ist auf diese seite gegangen da bekam ich eine sms von diesem abo was kann ich dagegen tun? könnte mein anbieter das jetzt schon sperren ist erst eine stunde her als das passiert ist?..

  5. Nadia sagt:

    wie kann ich raus von diesem Anbieter? gibt es keine Webseite wo man alles online machen kann?

    • Becker sagt:

      Hallo Nadia du kannst wenn es zb bemydate war bei den auf die seite gehen (einfach google benutzen) und dort kannst du kündigen oder auch die kostenlose nummer anrufen und dort gibt es einen punkt ist glaube ich 2 dort kannst du es löschen und halt bei deinem netzbetreiber einfach eine Drittanbietersperre reinlegen lassen dann können die nicht mehr abbuchen ….

      Ich finde es nur schade das diese Drittanbietersperren nicht direkt gesetzt werden dürfen

  6. Martina sagt:

    Hallöchen lieber Anwalt…

    Mein Bruder ist auch in solch eine Fälle geraten und zwar über das Firmenhandy welches keinen Internetzugang hatte…angeblich habe er die Hotline angerufen und ein Abo abgeschlossen…war zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht am arbeiten und hatte das Handy gar nicht an…der Chef hat erst nach acht Monaten gemerkt, was auf der Rechnung steht….jetzt will er meinem Bruder was in Rechnung stellen, wovon er nichts weiß..angeblich soll er telefonisch dieses Abo abgeschlossen haben….gilt das auch als Vertrag ohne Unterlagen unterschrieben zu haben, wenn nie ein Telefonat stattgefunden hat? Kann der Chef dieses Geld verlangen, obwohl er die Rechnungen selbst nie kontrolliert hat? Danke schonmal und schönen Abend noch…

    Martina

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