Internetrecht

Netflix geht gegen illegal kopierte Inhalte vor

Nachdem Netflix zunächst eine relativ entspannte Haltung gegenüber illegalen Kopien von Filmen auf Torrent- und Streaming-Plattformen an den Tag legte, wird nun massiv dagegen vorgegangen. Nicht nur erreichen Google Unmengen an Takedown-Anfragen, auch illegale Plattformen werden direkt kontaktiert und unter Druck gesetzt.

 Netflix geht gegen illegal kopierte Inhalte vor © Benjamin-Duda-Fotolia

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Große Mengen an Takedown-Requests

Wie das Onlinemagazin Torrentfreak berichtet, hat Netflix erneut eine erhebliche Menge an Takedown-Requests an Google übermittelt, also Anfragen Links auf illegale Filmkopien aus der Ergebnisliste der Suchmaschine zu entfernen. Aber es wandte sich nicht nur an Google, sondern auch direkt an illegale Plattformen um sie zur Entfernung von Links auf urheberrechtlich geschützte Werke wie House of Cards aufzufordern.

Allein in den letzten Wochen soll Netflix 71.861 Links im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen auf Torrent- und Streaming-Plattformen an Google übermittelt haben, von denen die meisten schon jetzt nicht mehr auffindbar sind. Vergleicht man dies mit den über 3000 Links die das Unternehmen im Dezember 2015 an Google übermittelte, so stellt dies eine erhebliche Steigerung dar. Die Entfernung solcher Links durch Google gebietet der sogenannte Digital Millennium Copyright Act (DMCA), der eine rechtliche Basis für die juristische Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Internet darstellt.

Hauptaugenmerk ist der Schutz von Netflix-Eigenproduktionen

Bei den beanstandeten Inhalten handelt es sich hauptsächlich um Kopien von Netflix-Eigenproduktionen wie die Serien House of Cards, Narcos, Sense8 etc.

Schon im vergangenen Jahr waren vermehrt Kopien der ersten Episode von Breaking Bad in 4K-Auflösung auf verschiedenen Torrent-Seiten aufgetaucht. Da Netflix jedoch einen hochwertigen Kopierschutz HDCP (High-Bandwidth Digital Copy Protection) verwendet, ist nach wie vor unklar ob dieser gebrochen oder lediglich umgangen wurde. Obwohl die Firma mitteilte, dass der Fall untersucht werde, hält sich die Besorgnis in den eigenen Reihen in Grenzen. So erklärte Neil Hunt, Chief Product Officer von Netflix noch im September 2015 im Gespräch mit Golem.de, dies sei „nicht schockierend. Wir versuchen, unsere Inhalte preiswert für alle verfügbar zu machen.“ Er sehe für solche illegalen Netflix-Inhalte deswegen auch „kaum eine Nachfrage“. Als Beispiel wurde auch der australische Markt herangezogen, auf dem illegale Kopien seit dem Start von Netflix im März 2015 weniger verbreitet sein.

Auch der Unternehmenschef Reed Hastings hatte sich im Jahr 2013, bevor Netflix in 130 neuen Ländern startete, noch relativ gelassen über Torrent-Seiten geäußert. Seiner Meinung nach würden diese einfach nur die Nachfrage in neuen Regionen stimulieren.

Im Januar 2016 kündigte Reed Hastings jedoch an strikter gegen Proxy-Server und Mechanismen zur Umgehung von Zugriffsbeschränkungen vorzugehen. Dies werde nicht nur mit Hilfe von Technologien der Filmstudios, sondern auch auf deren Druck hin geschehen, da diese sich durch Geoblocking, also der regionalen Sperrung von Inhalten, größere Gewinne erhoffen. (MaSR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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